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Gemeinsam mit dem Hamburger Tech-Unternehmen Wunder Mobility veröffentlichen wir einen monatlichen Mobility-Policy-Newsletter. Im Fokus stehen alle Fragen rund um das Thema Mobility, Regulierung und Technologie. Auf unserem Blog veröffentlichen wir nun den nächsten Artikel aus dem Newsletter.

Ende des letzten Jahres hat Gunnar Froh von Wunder Mobility mit Laurin Hahn, Gründer von Sono Motors gesprochen und über die Entwicklung eines solarbetriebenen Elektroautos diskutiert. Was braucht es dafür, wie funktioniert das, welche Erfolge gab es und wo liegen Schwierigkeiten? Dieses Gespräch zum Anlass nehmend, betrachten wir in diesem Beitrag, welche Schlüsse sich für politische Entscheider aus dieser Form von Innovation ziehen lassen.
Ein wichtiger Aspekt spielt dabei der Zeitpunkt, der aktuell vielmehr einen entscheidenden Wendepunkt darstellt. Laurin Hahn sagt, „Die alte Industrie ist jetzt gerade nach 100 Jahren im Umbruch. […] Auf einmal ändert sich alles. Alle stehen am Nullpunkt. Und in dieser Phase, in diesen zwei bis drei oder zwei bis fünf Jahren, hast du die Chance, durch dieses offene Fenster, dieses ‚window of opportunity‘ zu gehen und dich am Markt zu platzieren. Und genau in der Phase sind wir jetzt gerade. Ich würde sagen, 2019 war das Jahr, wo das erste Mal Elektroautos cool geworden sind.“ Die Entwicklung der Elektromobilität und vielleicht auch ihre Innovationskraft sind also in ihrer Hochphase.

Die Zeit der Elektromobilität

Mehr und mehr Automobilhersteller bieten E-Autos an und auch Verbraucher legen immer mehr Wert auf nachhaltige Mobilitätsformen. Sono Motors geht noch einen Schritt weiter und integriert selbst die Stromgewinnung durch integrierte Solarmodule in das Fahrzeug. Kommt bei einer solchen Innovation politischen Entscheidern eine Rolle zu? Können und sollen sie diese Entwicklungen und das aktuelle Zeitfenster des Umbruchs gestalten, gar fördern? Ist es ihre Aufgabe, sich diesen Innovationen anzunehmen und den politisch rechtlichen Rahmen dafür zu schaffen? Vermutlich ja. Aber wie?

 Deutschland als Gründerland?

 In Deutschland ein Unternehmen zu gründen, was im Hardware Bereich ist, ist unglaublich schwer. Deutschland hat erstens nicht so eine Gründungskultur und zweitens ist die Finanzierungskultur hier massiv anders als im Silicon Valley oder in China.“
Diesem Zustand entgegenzuwirken, kann unter anderem Aufgabe der Politik sein. Es liegt an ihnen, einen Rahmen zu schaffen, der Deutschland zum Gründerland werden lässt. Einen Rahmen, der Innovationen fördert und Freiraum für neue Ideen schafft. Bei der Frage, ob die Politik auch finanzieren sollte, scheiden sich sowohl in Politik als auch in Wirtschaft die Geister. Während manche dies mindestens als wichtiges Zeichen sehen würden, fordern andere eher Vergabe- und Förderrichtlinien zu ändern, um jungen Unternehmen an der Vielzahl öffentlicher Aufträge partizipieren zu lassen.

Die politische Verantwortung der Offenheit

Das Beispiel Sono Motors zeigt, wie wichtig politische Unterstützung und Förderung für die Entwicklung neuer Unternehmen in Deutschland ist. Es zeigt aber auch, wie wichtig gleichzeitig eine politische Offenheit für die Entstehung neuer Ideen ist. Eine zu strenge Regulierung, die sich von Beginn an sehr auf bestehende Ideen und Konzepte beschränkt und lediglich einen detaillierten Rechtsrahmen im Interesse dieser bietet, verhindert neue Ideen.
Ein so neues Unternehmen wie Sono Motors lässt sich nur gründen, wenn die Idee nicht von vornherein durch zu konkrete Regulierung geblockt wird. Es ist also notwendig, zum einen für den Bereich der Elektromobilität einen generellen regulatorischen Rahmen zur Planungssicherheit zu schaffen und gleichzeitig keine zu großen Einschränkungen festzulegen. Innovation bedeutet die Entwicklung einer Idee, die vorher nicht bestand und somit auch regulatorisch nicht berücksichtigt werden konnte. Innovationen zu fördern kann also bedeuten, Gesetze so offen wie möglich zu lassen, um den Weg freizuhalten für neue Ideen.

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