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Ob in offiziellen Bewerbungen oder im lockeren Austausch bei Events und Veranstaltungen – immer wieder fragen uns vor allem junge Menschen, wie der perfekte Weg in die Public Policy Beratung aussieht. Einige dieser Fragen zum Karriereeinstieg wollen wir erörtern. Im Gespräch: Mechthild Alpers, HR Business Partnerin der Bernstein Group, Anna Isabel Becker, Junior Associate im Brüsseler Büro, und Robin Arens, Associate an unserem Berliner Standort.

Mechthild: Anna, Robin, wie lange arbeitet Ihr bereits bei der Bernstein Group?

Anna: Ich arbeite seit Herbst 2018 im Brüsseler Büro. Als Junior Associate kümmere ich mich dort vor allem um die politische Beratung von Mandanten im Bereich Finanzdienstleistungen. Unser Fokus liegt dabei natürlich auf der EU-Ebene, wobei wir gleichzeitig die mögliche Auswirkungen auf die nationale Ebene bereits im Blick haben.

Robin: Ich bin schon etwas länger dabei, habe im August 2017 bei Bernstein angefangen. Ich arbeite als Associate primär auf Mandaten aus der Mobilitäts- und Konsumgüterbranche. Anders als bei Anna steht bei uns die deutsche Legislative und Exekutive auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene im Mittelpunkt.

Mechthild: Ihr seid beide als Politikberater bei uns tätig. Erklärt doch einmal in drei Sätzen, was das bei Bernstein eigentlich ist!

Robin:  In der Politikberatung, oder auch Public Policy Consulting, bei Bernstein stehen private Unternehmen im Fokus. Das heißt: Wir kümmern uns primär darum, die Interessen von Start-ups, großen, kleinen und mittelständischen Firmen gegenüber der Politik zu vertreten – zum Beispiel über Gespräche mit Bundestagsabgeordneten oder Verwaltungen.

Anna: Genau. Das Ganze machen wir nicht nur in Berlin, sondern auch in Brüssel. Das Besondere bei Bernstein ist, dass wir neben der Public Policy Beratung zusätzlich noch zwei weitere Unternehmen in der Gruppe vereinen: die Analytics, die sich auf Spezial-Recherchen fokussiert, sowie die Communications, die sich um strategische Kommunikationsberatung, Sondersituationen und Krisenkommunikation für Unternehmen kümmert.

Mechthild: Was hat Euch bewogen, in die Politikberatung zu gehen?

Anna: Ich fand es schon immer reizvoll, Beraterluft zu schnuppern. Das heißt: Ich wollte das schon immer gern machen – ob im Rahmen eines Praktikums, einer Trainee-Stelle oder einer herkömmlichen Anstellung. Zweitrangig für mich war dabei, ob es sich um eine Beratungstätigkeit des öffentlichen oder privaten Sektors handelte. Die Tätigkeit bei einer Beratung wie der Bernstein Group rüstet mich mit unterschiedlichen Fähigkeiten aus wie analytisch-strategisches Denken, die Herausforderungen auf Unternehmens- oder Organisationsseite zu verstehen und dafür Lösungen zu entwerfen.

Robin: An der Politikberatung fand ich immer spannend, direkt an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft zu arbeiten. Zudem steigst Du meistens gleich mit mehreren Projekten ein, wodurch man einen breiten Überblick über verschiedene Themengebiete und politische Ebenen gewinnt. Darüber hinaus betreust Du im Idealfall ein politisches Vorhaben von Beginn bis zum Ende. Du steigst sozusagen in den „Maschinenraum“ der Politik ein und siehst das zusammenhängende Bild und nicht nur einen Teilaspekt des politischen Prozesses.

Mechthild: Wie so oft im Leben führen viele Wege ans Ziel. Wie genau sah euer Einstieg in die Politikberatung aus – und was habt Ihr studiert?

Robin: Ich bin klassisch über ein Praktikum in die Politikberatung gekommen, direkt zu Bernstein. Während der Zeit meiner Masterarbeit habe ich hier als Praktikant angefangen und bin bis heute geblieben. Studiert habe ich Politik- und Verwaltungswissenschaft und Political Economy in Duisburg, Konstanz und Colchester. Schon während meines Studiums habe ich als Vorstandsreferent der Jungen Liberalen in Nordrhein-Westfalen und als Tutor gearbeitet. Vor allem die Tätigkeit als Vorstandsreferent hat mich auf die Zeit bei Bernstein vorbereitet. So konnte ich mir schon ein gutes Verständnis für politische Verfahren aneignen und hinter die Kulissen des politischen Betriebs schauen.

Anna: Ich habe European Studies und Politikwissenschaft studiert. Währenddessen wurde mir klar, dass ich damit zwar in vielen Bereichen tätig werden kann, ich mich dazu aber grundlegend für eine Richtung entscheiden müsste. Das wollte ich nicht. Denn mir war es wichtig, erst einmal verschiedene Perspektiven auf Sachverhalte zu bekommen. Deshalb habe ich zunächst verschiedene Praktika absolviert, unter anderem im Europäischen Parlament, im Auswärtigen Amt, beim Bundesvorstand der SPD und in der politischen Kommunikation eines deutschen Industriekonzerns in Brüssel. Besonders haben mich dabei die Arbeit des Europäischen Parlaments und die Abläufe im europäischen Gesetzgebungsprozess fasziniert. In der Politikberatung und bei Bernstein in Brüssel kann ich nun meine bisherigen Kenntnisse einbringen und vertiefen.

Mechthild: Gerade Brüssel gilt für Einsteiger als hartes Pflaster. Welche Tipps hast Du für potenzielle Bewerber, Anna?

Anna: Stimmt, da in Brüssel junge Leute aus der ganzen EU aufschlagen, ist der Arbeitsmarkt tendenziell umkämpfter und internationaler. Besonders gern gesehen werden deshalb praktische und akademische Erfahrungen im Ausland. Bei mir hat etwa geholfen, dass ich bereits in mehreren Ländern gelebt habe und dementsprechend auch sprachliche Fähigkeiten mitbringe. Das hilft in Brüssel.

Mechthild: Zurück zu Bernstein. Wie genau seid Ihr auf Bernstein aufmerksam geworden und wie lief der Einstieg für Euch in unserem Unternehmen?

Robin: Bernstein war mir durch die Online-Recherche zu Ende des Studiums bekannt. Als ich dann im Praktikumsportal meiner Uni in Konstanz gesehen habe, dass ein Praktikant gesucht wird, habe ich mich direkt beworben. Die Bewerbung war unkompliziert, der Austausch mit dem Büro sehr freundlich und zügig.

Anna: Bei mir war es ähnlich: Ich habe auf einem Stellenportal speziell für Jobs in Brüssel von Bernstein erfahren. Dort fand ich eine Ausschreibung auf meine jetzige Position, auf die ich mich beworben habe.

Mechthild: Weshalb habt Ihr Euch gerade für die Bernstein Group entschieden?

Anna: Ich fand die Mischung an beruflichen und akademischen Backgrounds sowie der unterschiedlichen Expertisen innerhalb der Bernstein Group ziemlich spannend. Oft ist es bei Bernstein so, dass wir gemeinsam mit einem Team am Tisch sitzen und einen Sachverhalt aus sehr verschiedenen Blickpunkten durchleuchten. Zum Beispiel aus rein empirischer, journalistischer, politikwissenschaftlicher, juristischer oder auch und gerade aus unternehmerischer Sicht. Das hilft enorm und erweitert auch den eigenen Horizont.

Robin: Mich hat an Bernstein immer überzeugt, dass hier Politik gelebt wird. Es ist ein sehr professionelles Umfeld, in dem leidenschaftlich über politische Verfahren und Themen gesprochen wird. Zudem ist man vom ersten Tag an in die Projekte eingebunden und kann gleichberechtigt Ideen und Vorschläge einbringen. Außerdem bringen viele Kollegen schon einiges an beruflicher Erfahrung im politischen Bereich mit. Das hilft vor allem als Berufseinsteiger ungemein schnell sich weiterzuentwickeln.

Mechthild: Was findest Du besonders interessant an Deiner Arbeit, Anna?

Anna: Ich finde besonders spannend, dass schnell etwas Unvorhergesehenes, etwas Aktuelles passieren kann. Schnelllebigkeit, Dynamik und permanenter Wandel sind definitiv Eigenschaft der Politik des 21. Jahrhunderts. Dabei durch persönliche Gespräche, Lektüre, soziale Medien und andere Informationskanäle am Puls der Zeit zu bleiben ist essentiell. Ich mag das.

Mechthild: Wie sieht Dein Arbeitsalltag konkret aus, Robin? Kannst Du einen typischen Tag beschreiben?

Robin: Den typischen Tag gibt es eigentlich gar nicht, da der Arbeitsalltag sehr unterschiedlich ist. Zwar starten wir alle jeden Morgen mit einer kleinen Runde, in der wir unsere wichtigsten Prioritäten des anstehenden Arbeitstages nennen. Danach unterscheiden sich die Tage aber komplett. Es hängt immer etwas vom Tagesgeschehen ab, welche Termine anstehen und wie zeitkritisch einzelne Aufgaben sind, zum Beispiel das Schreiben eines Positionspapiers.

Mechthild: Wo seht Ihr für Euch Herausforderungen in der Politikberatung?

Anna: Es ist ein umkämpfter Markt, bei dem Zeit Geld ist. Wichtig ist es, Prozesse so weit wie möglich zu automatisieren und simplifizieren, damit Zeit für das Kerngeschäft bleibt: Das Entwickeln eigener, kreativer und strategischer Gedanken für gute Management- und Politikberatung. Das gelingt uns bei Bernstein außerordentlich gut.

Mechthild: Und was sind Eure Highlights?

Robin: Inhaltlich ist es jedes Mal ein Highlight, wenn Du ein Thema so gut beherrschst, dass Du die Interessen Deiner Mandanten effizient gegenüber der Politik vertreten kannst. Darüber hinaus ist jede politische Diskussion beim Mittagessen bei uns super spannend, da man immer etwas dazulernt und auf einem Niveau diskutiert, dass man woanders nicht so schnell findet.

Mechthild: Was würdet Ihr Einsteigern empfehlen?

Anna: Ich empfehle jedem, fleißig Erfahrungen zu sammeln in verschiedenen Bereichen und vor allem ein wachsames Auge auf die Entwicklung der eigenen Stärken und Persönlichkeit zu haben. Mir hat es immer viel geholfen, das Gespräch mit Berufserfahrenen oder Bekannten aus der Politikbranche zu suchen, die schon ein, zwei Schritte weiter waren.

Robin: Neugierig sein, ein grundlegendes politisches Verständnis mitbringen und den Willen haben, sich jeden Tag zu verbessern und ein wenig mehr zu verstehen. Beschäftigt Euch mit der Politik und den politischen Prozessen. Politikberater ist kein Job, den man von 9 bis 17 Uhr macht. Erste Erfahrungen in der Politik, entweder Bund oder Land, sind sicherlich hilfreich.

Mechthild: Ja, politisches Verständnis und erste Erfahrungen sind hilfreich. In der Politikberatung geht es darum, Komplexität zu erfassen, zu reduzieren und klare Handlungsempfehlungen samt Alternativen aufzuzeigen. Genauso wichtig ist es, reflektiert auf die eigene Persönlichkeit zu schauen. Wir haben es in unserem Geschäft mit Menschen zu tun. Sich auf den jeweiligen Menschen in seiner Ansprache einstellen zu können ist für uns ein Erfolgsfaktor. Bei Bernstein legen wir deshalb neben der fachlichen Entwicklung großen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung unserer Mitarbeiter.

Anna: Hast Du als HR-Business Partnerin denn noch Tipps für Young Professionals wie uns, Mechthild?

Mechthild: Vieles habt Ihr tatsächlich schon gesagt. Grundsätzlich aber gilt, auch als Einsteiger sollte man auf den Cultural Fit achten. Bewerber sollten sich einige Fragen stellen: Wie ticke ich? Wie tickt das Unternehmen, wo ich starte? Passt das so für mich? Was ist die Basis der Arbeit? Wie wird gearbeitet? Worauf wird Wert gelegt?

Robin: Richtig, das sind wichtige Punkte. Wie würdest du die Arbeitsweise bei Bernstein beschreiben? Was macht uns aus HR-Sicht aus?

Mechthild: Wir sind genau, wir arbeiten inhaltsbasiert, wir beherrschen unser Geschäft. Wir sind für unsere Mandaten ansprechbar. Wir begleiten ihr Geschäft aufmerksam und geben Impulse. Wir sind am Puls der Zeit in der Politikberatung. Wir wissen, dass Politikberatung heute neu gedacht werden muss an der Schnittstelle zwischen Business, Politik und Öffentlichkeit. Wir rennen aber nicht jedem Trend hinterher. Und wir sind mutig. Wir fordern unsere Kunden auch heraus. Wir nutzen unsere Expertise, um Mandanten Wege vorzuschlagen, an die sie noch nicht gedacht haben. Das macht uns als Bernstein Group aus.

Robin: Das alles kann man bei uns aber ja auch noch lernen.

Mechthild: In jedem Fall. Für Uni-Absolventen eignet sich am besten der Einstieg als Trainee. Wir bieten dafür ein einjähriges Programm an, bei dem die Trainees das Geschäft der politischen Beratung umfassend kennenlernen. Dabei durchlaufen sie unsere drei verschiedenen Geschäftsbereiche und unsere Standorte in Berlin und Brüssel, um alle Ebenen kennenzulernen und am Schluss kompetent zu beherrschen.

Robin: Wie viel Wert legst Du auf vorherige Erfahrungen?

Mechthild: Das kommt immer drauf an. Sicherlich ist es hilfreich, wenn eine Kandidatin oder ein Kandidat schon einmal ein Praktikum im politischen Betrieb gemacht hat. Zum Beispiel in einem Abgeordnetenbüro auf Bundes- oder EU-Ebene. Zwingend notwendig aber ist es für den Einstieg als Trainee nicht.

Anna: Gibt es derzeit schon offene Stellen für Trainees?

Mechthild: Ja, wir suchen aktuell drei Trainees. Die Stellenprofile stellen wir noch im Dezember online, im gesamten nächsten Jahr wollen wir entsprechend junge, motivierte Leute einstellen.