{"id":4029,"date":"2022-09-29T08:16:36","date_gmt":"2022-09-29T06:16:36","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=4029"},"modified":"2022-09-29T08:16:36","modified_gmt":"2022-09-29T06:16:36","slug":"esg-drei-schlagwoerter-ein-grosser-impact","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2022\/09\/29\/esg-drei-schlagwoerter-ein-grosser-impact\/","title":{"rendered":"ESG \u2013 drei Schlagw\u00f6rter, ein gro\u00dfer Impact"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4029\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4030 size-large\" src=\"https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/blog-post-kachel-esg-1024x536.png\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"356\" \/><\/p>\n<p><strong>Ein Thema f\u00fcr die Vorstandsagenda<\/strong><\/p>\n<p>Die Themen unternehmerische Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung pr\u00e4gen nun seit Jahren politische, \u00f6ffentliche und unternehmerische Diskussionen. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel und Ressourcenknappheit haben das \u00f6ffentliche Bewusstsein f\u00fcr die Bedeutung nachhaltigen Handelns zusehends gesch\u00e4rft \u2013 Kunden, Investoren und Stakeholder haben neue Erwartungen und fordern zunehmend Transparenz. Mit dem \u201eEuropean Green Deal\u201c will Europa zudem der erste klimaneutrale Kontinent werden und eine moderne, ressourceneffiziente und wettbewerbsf\u00e4hige Wirtschaft schaffen. Diese gesellschaftliche und politische Entwicklung hat den Druck auf Unternehmen erh\u00f6ht, zunehmend gesellschaftliche Verantwortung zu \u00fcbernehmen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.<\/p>\n<p>Die drei Buchstaben E, S und G stehen vor diesem Hintergrund f\u00fcr einen der wom\u00f6glich gr\u00f6\u00dften Megatrends und Transformationsprozesse der Wirtschaft. Das K\u00fcrzel steht f\u00fcr die drei Schlagw\u00f6rter <em>Environmental, Social und Governance<\/em> und zeigt, wie breit Nachhaltigkeit heutzutage gedacht wird. Die ESG-Faktoren umfassen beispielsweise Themen wie Emissionen, Ressourcennutzung, Arbeitssicherheit, Menschenrechte und Diversit\u00e4t. Viele Unternehmen folgen nach wie vor der regulatorischen Compliance \u2013 die sicherlich zentral ist \u2013 vernachl\u00e4ssigen jedoch, dass Nachhaltigkeit weiter gedacht werden muss und integriert in die Unternehmensstrategie zus\u00e4tzliches Potenzial und Wertsch\u00f6pfung entfalten kann.<\/p>\n<p><strong>Kapitalm\u00e4rkte im nachhaltigen Wandel<\/strong><\/p>\n<p>Auch an den Kapitalm\u00e4rkten findet seither eine beachtliche Entwicklung hin zu nachhaltigen Investitionen unter Einbezug von ESG-Faktoren statt. Investoren wollen mit ihren Investments zum einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten, zum andern sehen sie die ESG-Performance als einen wichtigen Indikator der Management-Qualit\u00e4t ihres Investments an. Einhergehend mit dieser Entwicklung steigt der Informationsbedarf bez\u00fcglich der ESG-Aktivit\u00e4ten von Unternehmen. Um diesen Informationsbedarf gerecht zu werden, publizieren immer mehr Unternehmen nachhaltigkeitsbezogene Informationen und verbessern ihrer Nachhaltigkeitskommunikation gegen\u00fcber Stakeholdern. Vor diesem Hintergrund nutzen Investoren und Stakeholder auch zunehmend nachhaltigkeitsbezogene Tools (ESG-Ratings etc.), um die ESG-Performance und ESG-Risiken zu evaluieren.<\/p>\n<p><strong>Umfassende Regulierung in hohem Tempo<\/strong><\/p>\n<p>Durch eine Vielzahl verschiedener Kommunikationsinstrumente haben Investoren und Stakeholder zunehmend einen Mangel an Vergleichbarkeit und \u00dcberpr\u00fcfbarkeit von Nachhaltigkeitsinformationen beklagt. In den letzten Jahren haben politische Entscheidungstr\u00e4ger daher Unternehmen zur Ver\u00f6ffentlichung von Nachhaltigkeitsinformationen verpflichtet und auf europ\u00e4ischer und nationaler Ebene zahlreiche Regulierungsvorhaben vorangebracht.<\/p>\n<p>Eine Auswahl aktueller und k\u00fcnftiger Regularien im Nachhaltigkeitskontext:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>CSR-Richtlinie (NFRD) und CSR-RUG<\/strong>: Verpflichtet bestimmte Unternehmen zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erkl\u00e4rung.<\/li>\n<li><strong>CSRD: <\/strong>Erweiterung der bestehenden Regeln zur nichtfinanziellen Berichterstattung, wie u.a. die Erweiterung des Anwenderkreises, der Berichtsinhalte sowie neue Pr\u00fcfungspflichten und Berichtsformate.<\/li>\n<li><strong>EU-Taxonomie<\/strong>: Einf\u00fchrung eines Klassifizierungsschema bez\u00fcglich der Anerkennung von Wirtschaftsaktivit\u00e4ten als \u00f6kologisch bzw. sozial nachhaltig. Unternehmen unterliegen einer Berichtspflicht bez\u00fcglich ihres Anteils \u00f6kologischer und sozialer Ums\u00e4tze und Investitionen.<\/li>\n<li><strong>Lieferkettengesetze: <\/strong>Das deutsche Lieferkettengesetz (LkSG) verpflichtet bestimmte Unternehmen verschiedene Sorgfaltspflichten f\u00fcr die Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten umzusetzen. Auf EU-Ebene geht der bisherige Richtlinienvorschlag f\u00fcr ein Lieferkettengesetz \u00fcber das LkSG hinaus. Dieser sieht nicht nur einen erweiterten Anwenderkreis, sondern auch umfassende Umwelt- und Klimaschutz-Vorgaben entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette vor.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Regulatorische Compliance ist nach wie vor wesentlich, um die \u201elicence to operate\u201c zu erhalten. Eine Beschr\u00e4nkung auf diese Anforderungen ist jedoch kurzsichtig, da Sustainability und ESG enormes strategisches Potenzial bieten.<\/p>\n<p><strong>Ein zunehmend politisches Thema <\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich ein Thema der Finanzm\u00e4rkte, ist ESG mittlerweile politisch. So hat die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag den Anspruch, Mindestanforderungen f\u00fcr ESG-Ratings zu bestimmen und die Ber\u00fccksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in Kreditratings verbindlich zu machen. Auch die Europ\u00e4ische Kommission ist sich ihrer Gestaltungsmacht bewusst, wie die starke Aktivit\u00e4t in der Regelsetzung (siehe oben) zeigt. Damit greift die Politik einerseits den gesellschaftlichen Trend auf, Nachhaltigkeit und Verantwortung st\u00e4rker von wirtschaftlichen Akteuren einzufordern. Andererseits sieht sie in der staatlichen Regulierung von Berichtspflichten und des ESG-Rahmens die Change, Wirtschaft und Finanzmarkt f\u00fcr ihre ambitionierten Ziele im Klimaschutz in die Pflicht zu nehmen, ohne direkt in die M\u00e4rkte zu intervenieren.<\/p>\n<p><strong>\u201eDoing well by doing good\u201c \u2013 Treiber f\u00fcr Innovation und Zukunftsf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n<p>Unternehmen, die den politischen und gesellschaftlichen Erwartungen nicht nachkommen, sehen sich immer gr\u00f6\u00dferen medialen Druck, der vor allem in sozialen Medien entsteht und \u00fcber NGOs systematisch skandaliert bzw. \u00f6ffentlich angeprangert wird, ausgesetzt. Eine oberfl\u00e4chliche Auseinandersetzung mit relevanten ESG-Themen k\u00f6nnte zudem das Risiko der Bezichtigung des \u201eGreenwashing\u201c bergen und Imagesch\u00e4den sowie Reputationsverluste zur Folge haben. Diese Entwicklungen zu erkennen und entsprechende Ma\u00dfnahmen zur Minderung dieser Ereignisse einzuleiten stellt Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen.<\/p>\n<p>Neben der Risikominimierung bietet Nachhaltigkeit und ESG im Rahmen des strategischen Managements zahlreiche weitere Potenziale. Die Wahrnehmung eines Unternehmens als \u201eCorporate Citizen\u201c wird in Gespr\u00e4chen mit Entscheidungstr\u00e4gern aller Art eine zunehmende Rolle spielen. Dies bietet strategische Ans\u00e4tze, um St\u00e4rken aus dem ESG-Kontext einzubringen oder sich von Wettbewerbern abzugrenzen (z.B. bei der Vergabe von F\u00f6rdermitteln). Unternehmen stehen vor der Herausforderung Potenziale zu identifizieren und zu nutzen. Nachhaltigkeit und ESG sind nicht nur normative Verpflichtungen, die allein dem Wohl der Gesellschaft dienen, sie k\u00f6nnen und sollen auch einen unternehmerischen Mehrwert schaffen. Sei es durch die verbesserte Ansprache von Kunden und eine Erh\u00f6hung des Absatzes oder die Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte, die Reduktion von Betriebskosten, eine steigende Arbeitsnehmerzufriedenheit oder die Schaffung von Innovationen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der hohen Bedeutung staatlicher Regulatorik kann langfristiges nachhaltiges Handeln nur erreicht werden, wenn Unternehmen selbst von nachhaltigem Handeln profitieren. Ziel muss es sein: Eine Win-Win-Situation zu schaffen \u2013 durch planvolles Handeln einen gesellschaftlichen und unternehmerischen Mehrwert zu generieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in DE. Ein Thema f\u00fcr die Vorstandsagenda Die Themen unternehmerische Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung pr\u00e4gen nun seit Jahren politische, \u00f6ffentliche und unternehmerische Diskussionen. 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