{"id":3296,"date":"2021-08-12T15:29:16","date_gmt":"2021-08-12T13:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=3296"},"modified":"2022-03-10T15:12:40","modified_gmt":"2022-03-10T14:12:40","slug":"von-baden-wuerttemberg-in-den-bundestag-interview-mit-fabian-gramling-cdu-direktkandidat-im-bundestagswahlkreis-neckar-zaber-wahlkreis-266","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2021\/08\/12\/von-baden-wuerttemberg-in-den-bundestag-interview-mit-fabian-gramling-cdu-direktkandidat-im-bundestagswahlkreis-neckar-zaber-wahlkreis-266\/","title":{"rendered":"Von Baden-W\u00fcrttemberg in den Bundestag: Interview mit Fabian Gramling (CDU)"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3296\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p><strong>Wir lernen regelm\u00e4\u00dfig durch die Erfahrungen und Expertise von Externen. Unter anderem sprechen wir f\u00fcr unseren Bundestagswahl-Newsletter regelm\u00e4\u00dfig mit Entscheidungstr\u00e4gern auf allen politischen Ebenen. Diese Gespr\u00e4che und die daraus gewonnenen Erkenntnisse k\u00f6nnen Sie zuerst in unserem <\/strong><strong> <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/bundestagswahl-2021\/\">Newsletter<\/a><\/strong><strong> lesen und sp\u00e4ter dann auch auf unserem Blog.<\/strong><\/p>\n<p>Das heutige Interview f\u00fchren wir mit Fabian Gramling, ehemaliges Mitglied des Landtags Baden-W\u00fcrttemberg und Direktkandidat f\u00fcr die Bundestagswahl 2021. Im Fokus des Gespr\u00e4chs stehen die verschiedenen Herausforderungen, die bei einem Wechsel aus der Landesebene auf die Bundesebene auftreten, und die m\u00f6glichen Unterschiede in der Arbeitsweise.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Herr Gramling, Sie waren bis zum Fr\u00fchjahr diesen Jahres Abgeordneter im Baden-W\u00fcrttembergischen Landtag. Nun bewerben Sie sich um das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Neckar-Zaber. Naturgem\u00e4\u00df umfasst dieser Bundestagswahlkreis auch Gemeinden, welche nicht Teil Ihres Landtagswahlkreises waren. Ist es f\u00fcr Sie \u2013 auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie \u2013 eine besondere Herausforderung, auch in diesen \u201eneuen\u201c St\u00e4dten und Gemeinden die notwendige Bekanntheit zu erlangen? Wie wirkt sich das auf Ihre Wahlkampfformate aus? <\/strong><\/p>\n<p>Dass \u201eneue\u201c Gemeinden in den Bundestagswahlkreis fallen, ist Fluch und Segen zugleich. Denn nat\u00fcrlich will ich meinen ehemaligen Landtagswahlkreis, wo ich die letzten f\u00fcnf Jahre engagiert gewesen bin und schon eine gewisse Bekanntheit erreicht habe, nicht zur\u00fccklassen. Da w\u00fcrden die Menschen vor Ort zu Recht feststellen \u201eKaum ist er f\u00fcr den Bund nominiert, l\u00e4sst er sich vor Ort nicht mehr blicken\u201c. Deswegen ist es wichtig, die Pr\u00e4senz vor Ort genau auszutarieren.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich liegt ein Schwerpunkt ebenfalls auf dem Teil des Wahlkreises, der f\u00fcr mich \u201eneu hinzugekommen\u201c ist. Insgesamt umfasst mein Bundestagswahlkreis ungef\u00e4hr zweieinhalb Landtagswahlkreise. Da muss man deutlich mehr unterwegs sein.<\/p>\n<p>Und klar, die Pandemie erschwert hier insbesondere den direkten Austausch mit den Menschen vor Ort. Aber sie wirkt sich auch auf die Wahlkampfplanung aus. Man wei\u00df nicht, ob man im September eine gr\u00f6\u00dfere Veranstaltung machen kann oder nicht.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich setze ich im Wahlkampf auch auf viele kleine Formate. Dazu geh\u00f6rt mein \u201eDialog-Pavillon\u201c, mit dem ich im Wahlkreis unterwegs bin: mal nachmittags, mal abends, auch am Wochenende. Ich will damit nicht die Welt erkl\u00e4ren, sondern vor Ort ein Gespr\u00e4chsangebot machen. Gerade auch vor dem Hintergrund der letzten Monate, wo der Dialog ja leider an manchen Stellen zu kurz gekommen ist.<\/p>\n<p>So gehe ich auch in den Endspurt des Wahlkampfes. Ab 15. August beginnt bereits die Briefwahl. Eigentlich sind wir also bereits in der \u201ehei\u00dfen Phase\u201c. Die gehe ich mit voller Konzentration und voller Power an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nehmen wir an, Sie werden in den n\u00e4chsten Bundestag gew\u00e4hlt: Welche Unterschiede erwarten Sie zwischen der Arbeit im Landtag und der Arbeit im Bundestag? Oft wird der Bundestag ja als \u201eweit weg\u201c wahrgenommen. Gleichzeitig bringt das Direktmandat sicher eine besondere Bindung an den Wahlkreis mit sich. Welche Gewichtung zwischen bundespolitischen Themen und Themen mit direktem Bezug zu Ihrem Wahlkreis erwarten Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage nach der Erwartungshaltung ist sehr spannend. Als ich vor f\u00fcnf Jahren in den Landtag eingezogen bin, habe ich auch gedacht, ich wei\u00df ganz genau, wie es laufen wird. Am Ende ist es immer anders, als man denkt. Deswegen bin ich selbst gespannt, wie es dann tats\u00e4chlich im Bundestag w\u00e4re.<\/p>\n<p>Was ich aber im Landtag gemerkt habe, zumindest in meinem Themenbereich, Wirtschaft und Arbeitsmarktpolitik: Wir haben viel \u00fcber den besten Weg diskutiert, gestritten und Argumente abgewogen. Aber h\u00e4ufig kamen wir an den Punkt, wo wir festgestellt haben, dass zentrale Aspekte in Berlin entschieden werden. Und das war f\u00fcr mich der Ausl\u00f6ser, mich auch aufgrund meiner bisherigen thematischen Schwerpunkte f\u00fcr die Bundestagskandidatur zu entscheiden. Wenn dann der Vorg\u00e4nger im Bundestag altersbedingt aufh\u00f6rt, \u00fcberlegt man sich nat\u00fcrlich dreimal, ob man diese Perspektive verstreichen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ich w\u00e4re auch gerne im Landtag geblieben. Es war eine sehr spannende Aufgabe, meine Heimatregion dort zu vertreten. Ich bin jedoch bei der Landtagswahl im Fr\u00fchjahr nicht erneut angetreten. Als ich die Entscheidung gef\u00e4llt hatte, im September f\u00fcr den Bundestag anzutreten, habe ich mich voll darauf fokussiert \u2013 auch, wenn das nat\u00fcrlich ein gewisses Risiko mit sich bringt.<\/p>\n<p>Wie es dann im Bundestag laufen w\u00fcrde? In Stuttgart war ich einer von 43 in der CDU-Landtagsfraktion. Wenn jetzt die Wahl klappen sollte, w\u00e4re ich einer von ca. 300 in der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion. Das hei\u00dft, das Gewicht meiner Worte nimmt erst einmal deutlich und dramatisch ab. Aber nat\u00fcrlich hat man im Bundestag ganz andere Themen und eine ganz andere Reichweite.<\/p>\n<p>Ich glaube schon, dass ich viel mitnehmen kann von der Arbeit im Landtag und den Prozessen. Aber ich bin nicht so naiv zu meinen, dass ich jetzt mit f\u00fcnf Jahren Erfahrung in den Bundestag starte. Berlin hat andere Strukturen und andere Verfahren, andere Abl\u00e4ufe. Da muss man auch erstmal richtig \u201ereinkommen\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Gremium, wo Sie ja zumindest indirekt schon Ber\u00fchrungspunkte mit der Bundesebene hatten, ist der Landesvorstand der CDU Baden-W\u00fcrttemberg. Dort sitzen auch einige Entscheidungstr\u00e4ger von der Bundesebene am Tisch. Waren Sie auf diesem Weg schon bei manchen Themen indirekt eingebunden oder ggf. auch bereits mit der Landesgruppe Baden-W\u00fcrttemberg in der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion in Kontakt?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber meine Arbeit im Landtag, meine Mitgliedschaft im Landesvorstand der CDU Baden-W\u00fcrttemberg und auch meine Zeit im Landesvorstand der Jungen Union Baden-W\u00fcrttemberg hatte ich nat\u00fcrlich bereits mit den unterschiedlichen Ebenen zu tun und war auch bei einigen Sitzungen der Landesgruppe dabei. Und im Landesvorstand haben wir bei jeder Sitzung am Anfang den Top 1, \u201eAktuelles\u201c, in der Regel mit einer Aussprache dazu. Da kriegt man nat\u00fcrlich viel von den Schwerpunkten auf der Bundesebene mit. Und einige Hochkar\u00e4ter, die bei uns im Landesvorstand sitzen, sind auch in der Bundestagsfraktion bei den Entscheidungen ganz vorne mit dabei. Das macht es sehr spannend und sichert den guten Austausch zwischen Land und Bund.<\/p>\n<p>Das ist auch ein Punkt, den ich mir bewahren m\u00f6chte. Sie haben es angesprochen: Es hei\u00dft h\u00e4ufig \u201eNaja, Berlin und die Berliner \u201aBlase\u2018 sind so weit weg\u201c. Als Au\u00dfenstehender kann man sich glaube ich schwer vorstellen, welcher Druck auf einem Bundestagsabgeordneten lastet, welches Arbeitspensum gefordert wird und wie schwierig die Entscheidungen sein k\u00f6nnen. Und jeder Kompromiss muss auch in der Praxis funktionieren, nicht nur im politischen Raum. Auch wenn meine bisherigen Erfahrungen hier vielleicht etwas helfen, gehe ich deshalb, falls ich gew\u00e4hlt werden sollte, auch mit Demut nach Berlin. Aber nat\u00fcrlich freue ich mich darauf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Noch ein Schwenk zu einem inhaltlichen Aspekt: Wie begrenzen wir den Klimawandel, und finden dabei sozialvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen? Auch vor dem Hintergrund Ihrer bisherigen Schwerpunkte Wirtschaftspolitik und Arbeitsmarktpolitik sind sie mit dieser Thematik ja vertraut. Zudem kennen Sie die Zusammenarbeit in einer gr\u00fcn-schwarzen Regierungskoalition. Ohne zu sehr in \u201eFarbenspiele\u201c einzusteigen: Wie wird man zum klimaneutralen Industrieland? Und inwiefern kann Baden-W\u00fcrttemberg hier schon als eine Art Blaupause f\u00fcr den Bund dienen, wenn auch voraussichtlich mit gedrehten Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, wenn man meint, man kann Baden-W\u00fcrttemberg wegen des \u201eFarbenspiels\u201c als Blaupause nehmen, muss man sich auch die Themenvielfalt auf Bundesebene anschauen. Da reden wir \u00fcber Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr oder \u00fcber Steuerpolitik, auch \u00fcber die Frage, ab welchem Einkommen der Spitzensteuersatz greifen sollte. Das sind schon recht grunds\u00e4tzliche Fragen, wo es einen Dissens gibt. Deshalb ist es glaube ich zu kurz gesprungen, Baden-W\u00fcrttemberg als Blaupause zu sehen. Zumal auch der Ministerpr\u00e4sident hier teilweise konservativere Positionen vertritt, als manches CDU-Mitglied das vielleicht tut. Auf Bundesebene sind die Unterschiede da deutlicher.<\/p>\n<p>Als Industrieland stehen wir nat\u00fcrlich vor gro\u00dfen Umbr\u00fcchen und vor einer dynamischen Zeit. Was mir oft zu kurz kommt, ist die Frage nach dem \u201eWie\u201c. Wie schaffen wir diesen Umbruch? Und wie schaffen wir ihn so, dass wir die Menschen mitnehmen, die Arbeitspl\u00e4tze sichern und den Wohlstand erhalten? Verzicht oder gerade auch Verbote \u2013 beispielsweise von Inlandsfl\u00fcgen \u2013 w\u00fcrden nur einen sehr kleinen Gewinn f\u00fcr das Klima bringen, wenn andere europ\u00e4ische Staaten nicht mitziehen.<\/p>\n<p>Deswegen ist es aus meiner Sicht der falsche Ansatz, einfach zu sagen \u201eWir verbieten jetzt Kurzstreckenfl\u00fcge\u201c. Hier steht ja auch die Frage der Definition im Raum. Bei manchen w\u00e4ren damit Fl\u00fcge nach Mallorca oder Griechenland au\u00dfen vor. Deshalb sage ich nicht \u201eich m\u00f6chte Fliegen verbieten\u201c, sondern \u201eich m\u00f6chte Fliegen klimaneutral machen\u201c. Das ist mein Anspruch. Und wenn ich das Ziel verfolge, dass weniger Menschen kurze Strecken fliegen, ist es mein Anspruch, bessere Alternativen zu schaffen. Wenn die Menschen merken, dass der Zug p\u00fcnktlich kommt, sauber ist und man ohne den Aufwand des Eincheckens direkt in der Innenstadt des Zielorts ankommt, ist das f\u00fcr viele eine attraktive Alternative zum Flug.<\/p>\n<p>Auch bei der Industriepolitik muss man in meinen Augen \u00fcber den Tellerrand schauen. Beispielsweise haben wir in Baden-W\u00fcrttemberg die Textilproduktion aufgrund von Umweltbedenken von der Schw\u00e4bischen Alb \u201evertrieben\u201c. Dieser Strukturwandel hat zwar insofern funktioniert, dass wir den Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen aufgefangen haben. Aber woher kommt jetzt unsere Kleidung? \u00c4hnlich ist es bei der Stahlproduktion. Wenn wir in Deutschland die nachhaltigste Produktion weltweit haben, wird nat\u00fcrlich immer noch CO2 ausgesto\u00dfen. Aber die Alternative ist der Import beispielsweise aus Indien. Dort wird unter Umweltstandards produziert, welche sicherlich nicht an unsere herankommen. Und am Ende ist der Stahl auch noch g\u00fcnstiger. Das ist nicht, was ich will. Wir m\u00fcssen Industrieland bleiben. Und wenn der Mittelstand einmal verschwunden ist, l\u00e4sst er sich nicht einfach so \u201ezur\u00fcckholen\u201c. Das zeigt das Beispiel Frankreich, wo nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise den Erfolg verhindert hat. Auch den reinen Fokus auf den Dienstleistungssektor, wie in Gro\u00dfbritannien, halte ich nicht f\u00fcr den richtigen Weg.<\/p>\n<p>Deswegen ist es mein gro\u00dfes Anliegen, dass wir Industrieland bleiben \u2013 durch unsere Innovationen, durch unsere nachhaltigen Produkte. Wir k\u00f6nnen damit auch anderen L\u00e4ndern aufzeigen, dass man Wachstum mit Nachhaltigkeit vereinen kann. Der Dreiklang aus Klimaschutz, wirtschaftlicher Dynamik und sozialer Sicherheit schlie\u00dft sich keinesfalls aus. Man kann mit Nachhaltigkeit Wohlstand und Arbeitspl\u00e4tze schaffen.<\/p>\n<p>Und wenn man das aufzeigt, dann werden auch Schwellenl\u00e4nder kommen und sagen \u201eWir m\u00f6chten diesen \u201adeutschen Weg\u2018 auch gehen.\u201c. Wir haben hierzu die Voraussetzungen: Wir haben innovative Produkte. Gerade im Bereich Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Recycling, Beton, da haben wir wirklich super Unternehmen: Mittelst\u00e4ndler, kluge K\u00f6pfe, kluge Ingenieure. Hier m\u00fcssen wir sagen: Das exportieren wir in Zukunft, damit schaffen wir Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Wir schaffen Wohlstand auch im Ausland, wir behalten ihn in Deutschland und am Ende des Tages leisten wir einen tats\u00e4chlichen Beitrag \u2013 beispielsweise, wenn wir es schaffen, Fliegen klimaneutral zu machen. Dann muss man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man in den Urlaub fliegt, denn man schafft es klimaneutral oder zumindest sehr klimafreundlich. Das ist mein Anspruch an Politik: dass man den Menschen Chancen, M\u00f6glichkeiten und Potenziale aufzeigt und dann versucht, diesen Weg zu gehen.<\/p>\n<p>Da bin ich jetzt ein bisschen abgeschweift.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gerade bei diesem Thema ist das \u201egro\u00dfe Bild\u201c aber nat\u00fcrlich wichtig.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir gerade beim gro\u00dfen Bild sind: Ein Punkt, der mir wirklich am Herzen liegt, ist Europa. In den letzten 16 Jahren war Angela Merkel hier eine starke Stimme. Was mich in letzter Zeit schon stark umtreibt, ist die Frage: Wenn sie ihren Platz in Br\u00fcssel final r\u00e4umt, wird dann zun\u00e4chst ein Machtvakuum entstehen? Ich denke schon.<\/p>\n<p>Deutschland hat seinen aktuellen Platz nicht f\u00fcr sich gepachtet. Und es bewerben sich viele darum, Teile dieses Vakuums zu f\u00fcllen: sei es in Osteuropa, sei es bei unseren Freunden in Frankreich oder in Spanien oder Italien. Da ist es, glaube ich, f\u00fcr ein starkes Industrieland und eine offene Nation wie Deutschland entscheidend, auch in Zukunft eine starke Stimme zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Man sagt ja oft vor Wahlen, es sei eine \u201eRichtungsentscheidung\u201c. Aber diesmal gehen die Auswirkungen sicher noch \u00fcber die Bundesebene hinaus. Und es wird automatisch zumindest einen personellen Umbruch geben.<\/strong><\/p>\n<p>Genau. Also es wird auf jeden Fall sehr spannend werden. Auch wir als CDU haben diesmal nicht das Problem, dass es wie vor vier Jahren hei\u00dft \u201enaja, also Merkel wird ja eh Kanzlerin bleiben \u2013 schauen wir mal, wer als zweiter \u00fcber die Ziellinie kommt\u201c. Ich glaube, so wird es diesmal nicht laufen. Aber am Ende steht auch die Frage: Wer regiert am Ende Deutschland, auch jenseits der konkreten Parteiprogramme? Denn wir haben anhand von Corona gesehen: Zwar sind viele Fragen im Koalitionsvertrag geregelt, aber Ereignisse wie der Ausbruch der Pandemie oder die Finanz- und Wirtschaftskrise passieren w\u00e4hrend einer Legislaturperiode. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man nicht nur wegen einzelner Standpunkte ein Kreuz setzt. Am Ende geht es darum, den \u201eDampfer Deutschland\u201c in eine gute Zukunft zu f\u00fchren. Und das muss man immer wieder mit den Menschen diskutieren und davon lernen.<\/p>\n<p>Am Ende entscheidet jeder W\u00e4hler, jede W\u00e4hlerin, in der Wahlkabine, nach bestem Wissen und Gewissen. Und unsere Aufgabe als CDU wird sein, in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten nochmal um ein gutes Ergebnis zu werben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das ist ein sch\u00f6nes Schlusswort. Wir schauen alle sehr gespannt auf das, was im September passiert. Herzlichen Dank, Herr Gramling.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen?<br \/>\nDann geben Sie uns gerne ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Twitter <\/a>und <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LinkedIn<\/a>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3296\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p>\n<p>Wir lernen regelm\u00e4\u00dfig durch die Erfahrungen und Expertise von Externen. 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