{"id":3286,"date":"2021-08-03T14:32:54","date_gmt":"2021-08-03T12:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=3286"},"modified":"2022-03-10T15:14:51","modified_gmt":"2022-03-10T14:14:51","slug":"interview-mit-rene-lutter-buendnis-90-die-gruenen-dreierlei-wahlkampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2021\/08\/03\/interview-mit-rene-lutter-buendnis-90-die-gruenen-dreierlei-wahlkampf\/","title":{"rendered":"Interview mit Ren\u00e9 Lutter: Dreierlei Wahlkampf"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3286\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p><strong>Wir lernen regelm\u00e4\u00dfig durch die Erfahrungen und Expertise von Externen. Unter anderem sprechen wir f\u00fcr unseren Bundestagswahl-Newsletter regelm\u00e4\u00dfig mit Entscheidungstr\u00e4gern auf allen politischen Ebenen. Diese Gespr\u00e4che und die daraus gewonnenen<br \/>\nErkenntnisse k\u00f6nnen Sie zuerst in unserem <\/strong><strong> <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/bundestagswahl-2021\/\">Newsletter<\/a><\/strong><strong> lesen und sp\u00e4ter dann auch auf unserem Blog.<\/strong><\/p>\n<p>Im heutigen Interview mit Ren\u00e9 Lutter, dem Wahlkampfmanager der Gr\u00fcnen im Landesverband Berlin, sprechen wir \u00fcber die Herausforderungen f\u00fcr eine Partei, wenn auf Bundes, Landes- und Kommunalebene gleichzeitig gew\u00e4hlt wird, wie man seine Mitglieder mitnimmt und welche Rolle Daten im Wahlkampf spielen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>In Berlin wird dieses Jahr gleich dreifach gew\u00e4hlt, der Bundestag, das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen. Wie wirkt sich das auf die Wahlkampforganisation aus? Werden drei verschiedene Wahlk\u00e4mpfe gef\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n<p>Eine gleichzeitige Wahl auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ist bundesweit eine Seltenheit und gab es in Berlin zuletzt 1990. Medial dominieren nat\u00fcrlich bundespolitische Themen die Debatte. Oft interessiert die W\u00e4hler*innen aber eher, was vor ihrer Haust\u00fcr passiert, also wie sauber sind die Parks und Spielpl\u00e4tze, wie oft kommt Bus und Bahn? Nur wem es gelingt, die gro\u00dfen bundespolitischen Linien mit den kommunalen Themen im Bezirk zu einer Geschichte zu verbinden, wird in der Kakophonie des Wahlkampfes durchdringen. Wir stimmen deshalb die Wahlkampagnen eng zwischen den drei Ebenen ab und setzen mit den Berliner Wahlplakaten gezielt Schwerpunkte f\u00fcr eine Metropole: Mieter*innenschutz, Verkehrswende, gute und saubere Parks. Die Berliner Kampagne greift viel vom Look der Bundeskampagne auf, aber setzt auch eine eigene Berliner Note.<\/p>\n<p><strong>Auf Bundesebene m\u00f6chten die Gr\u00fcnen neue Zielgruppen aus der Mitte heraus erreichen, in Berlin m\u00f6chten sie die f\u00fchrende Kraft im linken Spektrum sein. Wie gehen die Gr\u00fcnen mit diesem Spagat um?<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00fcne Politik ist anschlussf\u00e4hig in fast alle Milieus. Sowohl Annalena Baerbock im Bund als auch Bettina Jarasch in Berlin, treten an, um Verantwortung f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung zu \u00fcbernehmen. Beide gehen offen auf die unterschiedlichen Interessengruppen zu, ob mit dem gr\u00fcnen Vorsto\u00df eines Industriepakts auf Bundesebene oder hier in Berlin in der autofreien Friedrichstra\u00dfe, wo Bettina Jarasch gemeinsam mit Handel, Anwohnenden und Stadtplaner*innen L\u00f6sungen f\u00fcr Interessens- und Zielkonflikte sucht. Darin sind sich beide Kandidat*innen sehr \u00e4hnlich. Im Bund wie im Land wollen wir alle erreichen, die Berlin und Deutschland hin zum besseren ver\u00e4ndern wollen, hin zu mehr Lebensqualit\u00e4t, mehr sozialer Gerechtigkeit und hin zur Klimaneutralit\u00e4t. So gro\u00df ist der Spagat also gar nicht.<\/p>\n<p><strong>Vor der letzten Bundestagswahl hatten die Gr\u00fcnen gut 60.000 Mitglieder, heute sind es ungef\u00e4hr doppelt so viele. Wie will die Partei diese Neumitglieder im Wahlkampf mobilisieren?<\/strong><\/p>\n<p>Die zahlreichen Neumitglieder sind unser gr\u00f6\u00dfter Trumpf in diesem Wahlkampf. Gerade Leute die frisch zu uns kommen, sind besonders motiviert, bringen Energie und Ideen mit und wollen jetzt etwas bewegen. Um alle Mitglieder in den Wahlkampf einzubinden, stecken wir viele Ressourcen in die interne Kommunikation und nehmen alle mit, von der Funktion\u00e4rsebene bis zum Neumitglied. Wir haben eine Mitgliederapp mit der wir Push-Nachrichten an die Mitglieder versenden, eine eigene Cloud und einen Parteichat. Es gibt zahlreiche Neumitglieder- und Vernetzungstreffen. Neu in diesem Wahlkampf ist, dass wir mit unserem Action Network und nat\u00fcrlich Social Media verst\u00e4rkt auch Menschen mobilisieren, die kein Mitglied bei uns sind. Alle Menschen, die sich bei der kommenden Wahl f\u00fcr Klimaschutz, Gerechtigkeit und eine freie und offene Gesellschaft einsetzen wollen, sind herzlich willkommen.<\/p>\n<p><strong>Daten spielen eine zunehmende Rolle im Wahlkampf. Wie datenbasiert ist der Wahlkampf der Gr\u00fcnen?<\/strong><\/p>\n<p>Mehr denn je! Daten sind elementar und die Basis einer jeden Wahlkampfstrategie, sei es um W\u00e4hler*innenmilieus auszuloten, Potenzialgebiete zu bestimmen oder Media-Budgets auszusteuern. Allerdings geben einmalige Stichproben nur die aktuelle Gem\u00fctslage wieder und sollten niemals einzige Grundlage f\u00fcr strategische Entscheidungen sein. Allein die letzten zwei Monate haben gezeigt, wie volatil die Stimmung sein kann. Im Bereich des Onlinemarketings beschr\u00e4nken wir uns auf Merkmale, die datenschutzrechtlich nicht bedenklich sind. Diese Dinge sind f\u00fcr uns Teil eines fairen Wahlkampfes, zu dem unser Bundesparteirat vor kurzem einen wegweisenden Beschluss gefasst hat.<\/p>\n<p><strong>Die Corona Pandemie bleibt mit immer neuen Mutationen unberechenbar. Wie gut l\u00e4sst sich unter solchen Voraussetzungen ein Wahlkampf planen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Pandemie beeinflusst eigentlich alle Bereiche im Wahlkampf. Das fing an bei der Kampagnenentwicklung, als wir uns gefragt haben: Welche Themen werden die Menschen in knapp einem Jahr bewegen? Wie ist die Stimmung in der Stadt? Welchen Ton m\u00fcssen wir im Herbst anschlagen? In der jetzigen Phase sind es vor allem die organisatorischen und technischen Fragen, die uns besch\u00e4ftigen. Wir m\u00fcssen die Leute da erreichen wo sie sind, ob nun im Kino, auf dem Marktplatz, im Park oder zuhause. Das versuchen wir bei der Aussteuerung der Kan\u00e4le so gut wie m\u00f6glich zu antizipieren. Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Wahlk\u00e4mpfen letzten Herbst in NRW und vom Fr\u00fchjahr aus Baden-W\u00fcrttemberg und Rheinland-Pflanz und zuletzt aus Sachsen-Anhalt haben wir eine gute Vorstellung von den unterschiedlichen Szenarien und sind entsprechend vorbereitet. Klar ist aber, dass wir zum Beispiel keine eigenen Veranstaltungen in Innenr\u00e4umen planen. Hier ist das Risiko eindeutig zu gro\u00df.<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen?<br \/>\nDann geben Sie uns gerne ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Twitter <\/a>und <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LinkedIn<\/a>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in DE.Wir lernen regelm\u00e4\u00dfig durch die Erfahrungen und Expertise von Externen. Unter anderem sprechen wir f\u00fcr unseren Bundestagswahl-Newsletter regelm\u00e4\u00dfig mit Entscheidungstr\u00e4gern auf allen politischen Ebenen. 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