{"id":3023,"date":"2021-02-23T10:30:33","date_gmt":"2021-02-23T09:30:33","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=3023"},"modified":"2021-03-04T11:11:51","modified_gmt":"2021-03-04T10:11:51","slug":"wenn-tesla-flixbus-waere-die-deutsche-schizophrenie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2021\/02\/23\/wenn-tesla-flixbus-waere-die-deutsche-schizophrenie\/","title":{"rendered":"Wenn Tesla FlixBus w\u00e4re: Die deutsche Schizophrenie"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3023\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p><strong>Regelm\u00e4\u00dfig m\u00f6chten wir auf unserem Blog neben unserem eigenen Blick auf die Themen auch andere Perspektiven beleuchten und Externe zu Wort kommen lassen. Heute ver\u00f6ffentlichen wir einen Gastbeitrag von Patrick Kurth, Leiter Politik bei <a href=\"https:\/\/www.flixbus.de\/\">FlixBus und FlixTrain<\/a>:<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Gedankenspiel 1: Tesla-Chef Elon Musk kommt aus Deutschland und sein Unternehmen nicht aus Kalifornien, sondern aus Karlsruhe. Wie w\u00fcrde seine Ank\u00fcndigung, aus 300 Hektar Land, Wald und Brandenburger Natur eine Gigafactory machen zu wollen, wohl bei Beh\u00f6rden, Politik und Gesellschaft ankommen? Statt offener Arme und politischen Jubels h\u00e4tte es eher die Frage nach dem Bauantrag gegeben.<\/p>\n<p>Gedankenspiel 2: FlixMobility wurde in Kalifornien gegr\u00fcndet und will mit der modernsten Fernbusflotte der Welt nach Deutschland kommen. Im Gegensatz zu den Milliardensubventionen f\u00fcr die DB soll ein FlixTrain ohne Zusch\u00fcsse g\u00fcnstig, smart und \u00f6kologisch unterwegs sein. FlixMobility will dabei innerhalb weniger Jahre mehr Menschen als der innerdeutsche Flugverkehr zu mehr Haltestellen als die DB Fernverkehr bef\u00f6rdern. Frage: Wie viele rote Teppiche w\u00fcrden ausgerollt, wie viele F\u00f6rdert\u00f6pfe aufgemacht und wie gro\u00df w\u00e4ren die Wehklagen, dass solch ein innovativer \u201eChampion\u201c im Verkehrsmarkt nicht aus Deutschland kommt?<\/p>\n<p>Nun kommt Tesla bekannterma\u00dfen nicht aus Deutschland, wohl aber FlixMobility. Die Verteilung der roten Teppiche sieht entsprechend karg aus und zeigt, woran es bei der deutsche Digital-, Wirtschafts- und Klimapolitik hapert. Ob jemand hofiert oder geschnitten wird, h\u00e4ngt auch von der Herkunft ab. Dem kalifornischen Unternehmen wird die Ansiedlung in Deutschland milliardenschwer schmackhaft gemacht, derweil FlixBus auf dem heimischen Verkehrsmarkt nicht einmal an einer Haltestelle im K\u00f6lner Stadtgebiet halten darf.<\/p>\n<p>Das Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnis der Menschen w\u00e4chst, erst recht nach der Covid-Krise. Nachhaltige L\u00f6sungen sind in Anbetracht des Klimawandels umso wichtiger. Tesla hat mit Risikobereitschaft, Investitionen und innovativem Denken den Anspruch, den Mobilit\u00e4tsmarkt weltweit zu ver\u00e4ndern. Den Anspruch hat FlixMobility ebenfalls: Mit nachhaltiger, erschwinglicher und weitverzweigter Mobilit\u00e4t f\u00fcr inzwischen weit \u00fcber 100 Millionen Menschen in 34 L\u00e4ndern Europas und den USA sind FlixBusse gemessen am CO2-Aussto\u00df die klimafreundlichsten Verkehrsmittel. Der weltweit f\u00fchrende Anbieter in diesem Bereich kommt nicht aus dem Silicon Valley. Er kommt aus Deutschland.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind rote Teppiche f\u00fcr Tesla gut! Endlich kommt Schwung in die Landschaft der alternativen Antriebe. Und wenn sich ein derart innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen f\u00fcr einen deutschen Standort entscheidet, treten die Unterschiede der Verkehrs-, Wirtschafts- und Innovationspolitik zu Tage. Denn in diesen Punkten verharrt die Bundesregierung auf 80er-Jahre-Niveau: Fixiert auf Staatsunternehmen und Staatsorganisation \u2013 namentlich DB oder \u00d6PNV. Das reicht lange nicht, um Passagieren, Regionen und Zukunft gerecht zu werden. FlixBus ist ein Innovationstreiber aus Deutschland, feiert seine Erfolge mittlerweile auf mehreren Kontinenten \u2013 ein Exportschlager, der den deutschen Steuerzahler keine Subventionen kostet und ohne staatliche Investitionen auskommt. Mit Projekten f\u00fcr Wasserstoff-, Biomethangas- und E-Busse nimmt FlixBus eine Pionierrolle bei alternativen Antrieben im Fernbusbetrieb ein. FlixBus und Tesla sind junge Unternehmen mit dynamischen und zukunftsf\u00e4higen Produkten, die den Mobilit\u00e4tsmarkt umkrempeln und l\u00e4ngst \u00fcber ihren Heimatmarkt hinaus zu einer globalen Marke geworden sind \u2013 und werden von der Politik doch so ungleich behandelt.<\/p>\n<p>Es ist absurd, wie die Politik ausgerechnet mit einem so betitelten \u201eKlimapaket\u201c den Klimachampion Fernbus im Fernverkehrsmarkt benachteiligt. W\u00e4hrend weiter eifrig immer mehr Geld in die DB geschaufelt wird und die Schiene nun auch noch in den Genuss einer Mehrwertsteuersenkung kommt, bleibt der Fernbusverkehr hier im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.<\/p>\n<p>In der Theorie wollen wir globale Champions aus Deutschland hervorbringen \u2013 in der Praxis aber ist die Politik hierzulande f\u00fcr Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder von Start-Ups frustrierend. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn findige Ideenschmieden das Land verlassen \u2013 oder zumindest das Vertrauen in die Politik von Bund und L\u00e4ndern verlieren. Als 2019 der Bundestag das Klimapaket mit einseitiger Mehrwertsteuersenkung f\u00fcr die Bahn und gegen Fernbusse beschloss, platzierte der Zufall die zeitgleiche Nachricht von Teslas Pl\u00e4nen zum Bau einer Gigafactory in Brandenburg. Das war gut, denn es zeigte das deutsche Dilemma: Der politische Umgang mit Innovation h\u00e4ngt von der Herkunft ab.&#8221;<\/p>\n<div class=\"page-content\">\n<p><strong>Nicht vergessen zu abonnieren: <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/expect-the-unexpected\/\" href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/expect-the-unexpected\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Expect the Unexpected \u2013 Der Newsletter der Bernstein Group<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen?<br \/>\nDann geben Sie uns gerne ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Twitter <\/a>und <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LinkedIn<\/a>.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in DE.Regelm\u00e4\u00dfig m\u00f6chten wir auf unserem Blog neben unserem eigenen Blick auf die Themen auch andere Perspektiven beleuchten und Externe zu Wort kommen lassen. 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