{"id":2364,"date":"2020-05-26T12:57:27","date_gmt":"2020-05-26T10:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=2364"},"modified":"2020-05-26T12:58:01","modified_gmt":"2020-05-26T10:58:01","slug":"lehren-aus-dem-lockdown-exit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2020\/05\/26\/lehren-aus-dem-lockdown-exit\/","title":{"rendered":"Lehren aus dem Lockdown-Exit"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2364\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p>\u201eWarum d\u00fcrfen die Autohersteller mit ihren zahlreichen Mitarbeitern die Produktion wieder hochfahren, w\u00e4hrend nur wenige Kunden mein Gesch\u00e4ft betreten d\u00fcrfen? Warum gelten f\u00fcr meinen Wettbewerber in Bayern andere Hygieneanforderungen als f\u00fcr mein Gesch\u00e4ft in Berlin?\u201c \u2013 diese Fragen um tats\u00e4chliche und vermeintliche Ungleichbehandlungen bei der \u201eR\u00fcckkehr zur neuen Normalit\u00e4t\u201c stellen sich aktuell viele Unternehmen. Oft enden sie mit der unbefriedigenden Schlussfolgerung, dass man \u00c4pfel eben nicht mit Birnen vergleichen k\u00f6nne. Dabei gibt es zwei Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Ungleichbehandlung:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Sicht politischer Entscheidungstr\u00e4ger auf die Branche: <\/strong>Wichtigkeit und Risikoanf\u00e4lligkeit der Branche werden politisch bewertet und sind zentraler Ma\u00dfstab f\u00fcr die Entscheidungen zu einem m\u00f6glichen Lockdown-Exit. Naturgem\u00e4\u00df kennen die Entscheidungstr\u00e4ger dabei nicht alle Details des einzelnen Gesch\u00e4ftsmodells, geschweige denn spezifische M\u00f6glichkeiten zur Einhaltung der Hygieneregeln. Zudem entsteht auch die politische Wahrnehmung der Branche nicht erst mit Beginn der Krise. Im Gegenteil: Das Verst\u00e4ndnis \u201eder Politik\u201c f\u00fcr das spezifische Unternehmen oder den spezifischen Sektor wird lange im Voraus gepr\u00e4gt. Wie erfolgreich dieses Verst\u00e4ndnis verankert wurde, hat direkte Auswirkungen auf die politische Reaktion im Krisenfall.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Eine stark f\u00f6derale Entscheidungsfindung:<\/strong> Welche politische Ebene trifft welche Entscheidungen? Nur, wer die Antwort auf diese Frage kennt, kann sein Handeln entsprechend anpassen. Im Fall des Corona-Exits bedeutet das, dass zwar die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz in Abstimmung mit dem Kanzleramt die Leitlinien vorgibt. Die Umsetzung findet jedoch in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern statt. Selbst die einzelnen Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte gewinnen stark an Einfluss: Jedes Gesundheitsamt trifft aktuell tiefgreifende Entscheidungen mit dem spezifischen Blick auf die lokale Situation.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Schlussfolgerung aus diesen Feststellungen ist, dass ein fr\u00fchzeitiger Weg aus dem Lockdown nur demjenigen gelingen kann, der seine Themen und Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit bereits vor Krisenbeginn den relevanten politischen Entscheidern auf der jeweilig zust\u00e4ndigen Ebene in verst\u00e4ndlicher Form \u201eerkl\u00e4rt\u201c hat.<\/p>\n<p>Unter diesem Gesichtspunkt waren verschiedene Branchen unterschiedlich gut auf die Corona-Krise und den mit ihr einhergehenden Lockdown vorbereitet. Musterbeispiel einer erfolgreichen Herangehensweise ist die Bundesliga. Dank des konstanten Dialoges mit den Entscheidern in Staatskanzleien sowie in Bundes- und Landesministerien bereits im Vorfeld der Krise konnte schnell ein Hygienekonzept erarbeitet werden, welches auf die politischen Anforderungen einging und priorit\u00e4r von den relevanten Stellen gepr\u00fcft wurde. Durch den etablierten Austausch wurde das Konzept hinreichend angepasst, sodass fr\u00fchzeitig die Politik f\u00fcr eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs gewonnen werden konnte.<\/p>\n<p>Dass die Wichtigkeit des Austausches mit allen relevanten Ebenen nicht mit einer positiven Grundsatzentscheidung endet, wird ebenfalls am Beispiel Profifu\u00dfball deutlich. So hat das Dresdner Gesundheitsamt nach Bekanntwerden von zwei Corona-Infektionen bei Dynamo Dresden die gesamte Mannschaft zwei Wochen in Quarant\u00e4ne geschickt. In Bremen hat es von vornherein besonders lange gedauert, bis das Mannschaftstraining wieder zugelassen wurde. Die Bundesliga ist somit ein prominentes Beispiel f\u00fcr die Notwendigkeit, als \u00fcberregional t\u00e4tiges Unternehmen den Kontakt zu den Entscheidern vor Ort zu halten, um im Krisenfall schnell die spezifische eigene Situation zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Auch andere Branchen, die sich in den letzten Jahren als zuverl\u00e4ssige Partner der Politik etabliert haben, konnten in Krisenzeiten von bestehenden Kontakten und aufgebautem Vertrauen profitieren. So konnten in vielen Bundesl\u00e4ndern Autoh\u00e4user schon wieder \u00f6ffnen, w\u00e4hrend die meisten anderen Verkaufsgesch\u00e4fte geschlossen blieben. Auch in der Lebensmittelproduktion \u2013 Stichwort Erntehelfer \u2013 haben die Rufe nach einer Lockerung des Shutdowns schnell zum Erfolg gef\u00fchrt. Die politischen Entscheidungen wurden auf Basis vertrauensvoller Gespr\u00e4che und vorgelegter Hygienekonzepte getroffen, nicht auf Basis der \u00f6ffentlichen Debatte um \u201eden deutschen Spargel\u201c.<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Auf politischer Seite besteht grunds\u00e4tzlich die Bereitschaft, sich mit den Besonderheiten und Herausforderungen einzelner Branchen zu besch\u00e4ftigen. Je gefestigter der Dialog mit allen zust\u00e4ndigen politischen Ebenen und je besser die Konzepte zur Anpassung des eigenen Gesch\u00e4ftsbetriebs zu den Anforderungen der Politik passen, desto eher findet man in der Krise trotz knapper Zeitressourcen bei den Entscheidern Geh\u00f6r \u2013 und kann folglich die branchenspezifischen Anforderungen mitgestalten. In der Corona-Krise hat dies einen schnellen Ausweg aus dem Lockdown gesichert, auch f\u00fcr vermeintliche \u201eNischenbranchen\u201c. Im \u201eNew Normal\u201c ist es entscheidend, sich als verl\u00e4sslicher und erreichbarer Ansprechpartner f\u00fcr die politischen Entscheider zu positionieren. So kann der regulatorische Rahmen im Sinne des eigenen Gesch\u00e4ftsmodells mitgestaltet werden, anstelle nur vermeintlich \u201eunpassende\u201c Auflagen umsetzen zu m\u00fcssen. Denn wenn die n\u00e4chste Krise da ist, ist es zu sp\u00e4t f\u00fcr den Aufbau belastbarer politischer Beziehungen.<\/p>\n<p><strong>Nicht vergessen zu abonnieren: <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/expect-the-unexpected\/\" href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/expect-the-unexpected\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Expect the Unexpected \u2013 Der Newsletter der Bernstein Group<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen?<br \/>\nDann geben Sie uns gerne ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Twitter <\/a>und <a tabindex=\"-1\" title=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LinkedIn<\/a>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in DE.\u201eWarum d\u00fcrfen die Autohersteller mit ihren zahlreichen Mitarbeitern die Produktion wieder hochfahren, w\u00e4hrend nur wenige Kunden mein Gesch\u00e4ft betreten d\u00fcrfen? 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