{"id":1979,"date":"2019-11-06T20:40:05","date_gmt":"2019-11-06T19:40:05","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=1979"},"modified":"2019-11-06T20:55:54","modified_gmt":"2019-11-06T19:55:54","slug":"was-sinkende-printauflagen-fuer-die-kommunikation-bedeuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/en\/2019\/11\/06\/was-sinkende-printauflagen-fuer-die-kommunikation-bedeuten\/","title":{"rendered":"Was sinkende Printauflagen f\u00fcr die Kommunikation bedeuten"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1979\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>.<\/p><p>Es ist ein viertelj\u00e4hrliches Ritual, das in der Medienbranche Schrecken und Sorgen hervorruft. Kurz nach Beginn des neuen Quartals weist die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbetr\u00e4gern, kurz IVW, die aktuellen Auflagenzahlen deutscher Printmedien aus. Der Trend ist dabei seit Jahren konstant: Von \u201eFocus\u201c bis \u201eBILD\u201c, von den \u201eKieler Nachrichten\u201c bis zum \u201eM\u00fcnchner Merkur\u201c &#8211; bei fast allen Titel sinken die Auflagen und damit die Reichweite der klassischen gedruckten Medien.<\/p>\n<p>Allein <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2019\/10\/21\/zeitungs-ivw-bild-bams-welt-und-fas-dick-im-minus-handelsblatt-zeit-und-freitag-legen-zu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die j\u00fcngsten IVW-Zahlen des dritten Quartals 2019<\/a> zeichnen ein bisweilen dramatisches Bild. Bei der so genannte \u201eharten Auflage\u201c, die sich aus Abonnements und Einzelverk\u00e4ufen am Kiosk zusammensetzt, b\u00fc\u00dfte etwa die \u00fcberregional erscheinende \u201eWelt\u201c gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum 13,1 Prozent ein. Sie bringt es nun pro Werktag auf lediglich 71.000 verkaufte Exemplare. Gro\u00df sind die Verluste auch bei den Boulevardtiteln, die klassischerweise weniger Abonnenten haben und mehr auf den Verkauf im Einzelhandel angewiesen sind. Zwar sind \u201eBILD\u201c (harte Auflage: rund 1,3 Millionen Exemplare pro Tag) und \u201eBILD am Sonntag\u201c (harte Auflage: rund 700.000 Exemplare pro Woche) nach wie vor die Zeitungen Deutschlands mit der h\u00f6chsten Nachfrage. Gegen\u00fcber dem dritten Quartal 2018 aber ging die harte Auflage von \u201eBILD\u201c zuletzt um 140.000 Exemplare zur\u00fcck (minus 9,9 Prozent), bei \u201eBILD am Sonntag\u201c sank sie um rund 88.000 (minus 11,1 Prozent). Noch drastischer f\u00e4llt der Langzeitvergleich aus: Vor 20 Jahren, im Herbst 1999, verkaufte \u201eBILD\u201c noch weit mehr als 4 Millionen Exemplare pro Tag.<\/p>\n<p>Wenig anders sieht es bei Zeitschriften, Magazinen und regionalen Titel aus. Gr\u00f6\u00dfter Verlierer unter den Lokalbl\u00e4ttern war hier zuletzt <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2019\/10\/24\/die-ivw-analyse-der-regionalzeitungen-herbe-verluste-bei-boulevardblaettern-dramatik-in-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nach einer Analyse von MEEDIA<\/a> die \u201eHamburger Morgenpost\u201c, die 18,9 Prozent ihrer harten Auflage einb\u00fc\u00dfte und nun bei 33.000 verkauften Exemplaren liegt. Und auch bei Nachrichtenmagazinen wie dem \u201eFocus\u201c ging die verkaufte Auflage trotz Zuw\u00e4chsen im E-Paper-Absatz j\u00fcngst leicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>F\u00fcr PR und Kommunikation f\u00fchrt dieses Ph\u00e4nomen der Digitalisierung zu drei zentralen Schl\u00fcssen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong><strong><strong><strong>Printerzeugnisse verlieren, Online-Medien gewinnen an Bedeutung:<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>&nbsp;\n<p>Mit dem Auflagenr\u00fcckgang der Printmedien verbunden ist ihr Bedeutungsverlust. Zwar haben Print-Artikel im politischen Raum, wo Pressespiegel weiter eine gro\u00dfe Rolle spielen, noch immer Gewicht. Die breite Masse der Bev\u00f6lkerung aber l\u00e4sst sich mit Tageszeitungen und gedruckten Magazinen immer seltener erreichen. Online-Medien gewinnen dagegen an Bedeutung: Mit \u201eBild.de\u201c, \u201eSpiegel Online\u201c und \u201eFocus Online\u201c brachten es <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2019\/10\/02\/agof-top-100-der-redaktionellen-medienmarken-berliner-morgenpost-steigert-sich-um-fast-60\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nach den j\u00fcngsten Erhebungen<\/a> allein die drei gr\u00f6\u00dften deutschen Medienmarken gemeinsam auf rund 12 Millionen Unique User pro Tag &#8211; Tendenz steigend. F\u00fcr die Kommunikation folgt daraus: Die Reichweite ihrer Botschaft bemisst sich weniger in der Zahl der angesto\u00dfenen Beitr\u00e4ge in klassischen Printzeitungen, sondern vielmehr in der Dauer, die ein Beitrag auf der Startseite gro\u00dfer Online-Medien zu sehen ist.<\/li>\n<li><strong><strong><strong><strong>Die Zahl der Ansprechpartner in den Redaktionen sinkt:<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>&nbsp;\n<p>Noch immer fehlt es den meisten Verlagen an Ideen f\u00fcr eine ertragreiche Monetarisierung ihrer Online-Angebote, viele Redaktionen sind nach wie vor stark auf Anzeigen- und Verkaufserl\u00f6se ihres Printgesch\u00e4fts angewiesen. Da letztere mit dem R\u00fcckgang der Auflagen sinken, sind die Verlage gezwungen zu sparen \u2013 und das h\u00e4ufig beim Personal. F\u00fcr Kommunikatoren hei\u00dft das: Sie finden in den Redaktionen immer weniger Ansprechpartner f\u00fcr ihre Anliegen. Gleichzeitig m\u00fcssen die verbleibenden Journalisten immer mehr Themen abdecken und Texte verfassen, sodass ihnen zunehmend die Zeit zur langen Recherche fehlt. Die PR muss sich darauf einstellen und sich folglich noch st\u00e4rker um die Kontaktpflege zu Reportern und Redakteuren k\u00fcmmern. Mehr noch als fr\u00fcher m\u00fcssen Kommunikatoren ihre eigenen Botschaften leicht verst\u00e4ndlich aufbereiten, sodass Journalisten sie mit geringem Aufwand verarbeiten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong><strong><strong><strong>Eigene Kan\u00e4le werden f\u00fcr die Kommunikation wichtiger:<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>&nbsp;\n<p>Das \u00fcberlieferte Zitat Gerhard Schr\u00f6ders \u201eZum Regieren brauche ich BILD, BamS und Glotze\u201c verliert durch die Digitalisierung und den Bedeutungsverlust von Printmedien (noch mehr) an Wahrheit. L\u00e4ngst hat nicht nur die Politik erkannt, dass es neben Online-Medien heutzutage vielmehr Twitter, Facebook und Instagram braucht, um ihre Botschaften breit zu streuen. Auch Unternehmen und Organisationen suchen gezielt die direkte Ansprache der relevanten Zielgruppen mithilfe der sozialen Medien. Die eigenen Social-Media-Kan\u00e4le werden angesichts der sinkenden Printauflagen und den daraus resultierenden schrumpfenden Redaktionen auf doppelte Weise f\u00fcr PR-Experten immer wichtiger: Hier k\u00f6nnen sie zugleich Medienvertreter und weite Teile der Bev\u00f6lkerung direkt erreichen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in DE.Es ist ein viertelj\u00e4hrliches Ritual, das in der Medienbranche Schrecken und Sorgen hervorruft. 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