{"id":3943,"date":"2022-06-30T10:40:11","date_gmt":"2022-06-30T08:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=3943"},"modified":"2022-06-30T10:54:15","modified_gmt":"2022-06-30T08:54:15","slug":"esports-in-den-bundeslaendern-gestaltung-statt-grundsatzdiskussionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/2022\/06\/30\/esports-in-den-bundeslaendern-gestaltung-statt-grundsatzdiskussionen\/","title":{"rendered":"eSports in den Bundesl\u00e4ndern: Gestaltung statt Grundsatzdiskussionen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3949 size-large\" src=\"https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/220630-blog-esports-1-1024x536.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/220630-blog-esports-1-1024x536.jpg 1024w, https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/220630-blog-esports-1-300x157.jpg 300w, https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/220630-blog-esports-1-768x402.jpg 768w, https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/220630-blog-esports-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/p>\n<p>eSports wurde von der aktuellen Bundesregierung nicht explizit in ihrem Koalitionsvertrag aufgegriffen. Die langwierigen Diskussionen aus der letzten Legislaturperiode wirken nach. Jedoch findet tats\u00e4chlich politische Arbeit statt, wenngleich teilweise unter dem Radar. Das gilt einerseits f\u00fcr die Bundesebene: Der Parlamentskreis eSports z\u00e4hlt mittlerweile mehr als 60 Mitglieder.<\/p>\n<p>Mindestens genauso bedeutsam sind jedoch die Weichenstellungen in zentralen Bundesl\u00e4ndern. J\u00fcngst zeigen die Koalitionsvertr\u00e4ge der schwarz-gr\u00fcnen Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein: Anerkennung von eSports geht weit \u00fcber die Anerkennung durch die Sportdefinition hinaus.<\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen werden einige praktische Herausforderungen des eSports aufgegriffen. So will sich die neue Landesregierung f\u00fcr die M\u00f6glichkeit einsetzen, eSports-Vereine als gemeinn\u00fctzig anzuerkennen. Das zeigt: Verbesserungen mit praktischen Auswirkungen f\u00fcr die betreffenden Vereine lassen sich jenseits der Grundsatzdiskussion um den genauen Status von eSports erzielen. Auch f\u00fcr \u201etraditionelle\u201c Vereine, welche eSports anbieten m\u00f6chten, w\u00fcrde so Rechtssicherheit geschaffen. Durch eine entsprechende \u00c4nderung w\u00fcrde ihnen bei Integration eines eSports-Angebotes nicht l\u00e4nger der Verlust der Gemeinn\u00fctzigkeit drohen. Auch das \u201eKnow-how der traditionellen Sportf\u00f6rderung\u201c soll in den Bereich eSports \u00fcbertragen und die \u201eE-Sports Player Foundation\u201c ausgebaut werden. Gleiches gilt f\u00fcr die F\u00f6rderung von Vielfalt im Bereich eSports.<\/p>\n<p>Auch Schleswig-Holstein hat dem Bereich eSports eine komplette eigene Sektion im Koalitionsvertrag gewidmet. In Kooperation mit der Wissenschaft soll eine E-Sport-Akademie entwickelt werden. Zudem ist die F\u00f6rderung der Durchf\u00fchrung von E-Sport-Events in Schleswig-Holstein geplant. Der Aufbau eines Landesverbands E-Sport wird unterst\u00fctzt \u2013 dieser soll auch die Tr\u00e4gerschaft des Landeszentrums E-Sport \u00fcbernehmen. Die Anerkennung von E-Sport auf Bundesebene als gemeinn\u00fctzig soll unterst\u00fctzt werden. Weitere substanzielle Verbesserungen sind durch den Zugang zu kommunalen R\u00e4umen vorgesehen.<\/p>\n<p>Der schleswig-holsteinische Koalitionsvertrag unterstreicht jedoch auch die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Dimension von eSports. Im Rahmen der Wachstums- und Professionalisierungsperspektive strebt die Landesregierung auch rechtssichere L\u00f6sungen f\u00fcr Wetten im Bereich e-Sport an. Damit wird ein wichtiger Impuls f\u00fcr die Weiterentwicklung der Gl\u00fccksspielregulierung gesetzt. In der praktischen Umsetzung sind jedoch auch die weiteren Bundesl\u00e4nder beteiligt \u2013 aktuell \u00fcber das Gl\u00fccksspielkollegium, ab 01. Januar 2023 \u00fcber die Gemeinsame Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde der L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verdeutlichen: Positives Agenda Setting ist im Bereich eSports m\u00f6glich und sinnvoll. Beide Koalitionsvertr\u00e4ge sind meilenweit von den fr\u00fcheren Debatten um \u201eKillerspiele\u201c entfernt. Sie unterstreichen die Wirksamkeit eines konstanten Austausches mit der Landes- und der kommunalen Ebene. Dieser Austausch schafft ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die tats\u00e4chlichen Chancen und Herausforderungen, mit denen sich eSports in Deutschland tats\u00e4chlich konfrontiert sieht.<\/p>\n<p>Auch ein Blick auf potenziell kritischere Nebenerscheinungen von eSports ist jedoch sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Schleswig-Holstein sichtbar. Nordrhein-Westfalen sieht Rassismus beim E-Sport als Thema, zu dem ein vertiefter Austausch sinnvoll sei. Schleswig-Holstein spricht im Koalitionsvertrag davon, \u201edie Risiken des E-Sports aufzufangen\u201c. Hierf\u00fcr sollen Vereine \u201ezum Ausbau von Strukturen zur Suchtpr\u00e4vention und Medienp\u00e4dagogik\u201c angehalten werden. Auch die Risiken von Lootboxen werden angesprochen, wenn auch \u2013 korrekterweise \u2013 nicht unmittelbar mit eSports vermischt.<\/p>\n<p>Beide Koalitionsvertr\u00e4ge zeigen also: \u201eDie Politik\u201c will handeln. Damit das Ergebnis die bestm\u00f6glichen Antworten auf die aktuellen Fragen bringt, m\u00fcssen eSports-Organisationen ebenso wie Publisher und das gesamte \u201e\u00d6kosystem\u201c ihre Priorit\u00e4ten aktiv kommunizieren. Dann treffen sie auf ein politisch g\u00fcnstiges Umfeld.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eSports wurde von der aktuellen Bundesregierung nicht explizit in ihrem Koalitionsvertrag aufgegriffen. Die langwierigen Diskussionen aus der letzten Legislaturperiode wirken nach. 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