{"id":3135,"date":"2021-05-10T17:51:08","date_gmt":"2021-05-10T15:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=3135"},"modified":"2022-03-11T10:25:17","modified_gmt":"2022-03-11T09:25:17","slug":"vorreiter-bei-der-digitalen-produktkennzeichnung-europas-spirituosenhersteller-bieten-innovative-loesungen-zur-verbraucherinformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/2021\/05\/10\/vorreiter-bei-der-digitalen-produktkennzeichnung-europas-spirituosenhersteller-bieten-innovative-loesungen-zur-verbraucherinformation\/","title":{"rendered":"Vorreiter bei der digitalen Produktkennzeichnung: Europas Spirituosenhersteller bieten innovative L\u00f6sungen zur Verbraucherinformation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfig m\u00f6chten wir auf unserem Blog neben unserem eigenen Blick auf die Themen auch andere Perspektiven beleuchten und Externe zu Wort kommen lassen. Heute ver\u00f6ffentlichen wir ein Gespr\u00e4ch mit Sarah Melina Siebel, Director Internal Market bei <a href=\"https:\/\/spirits.eu\/\">spiritsEUROPE<\/a>:<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>K\u00f6nnten Sie zu Beginn bitte Hintergrund und Kontext des neuen Produktetiketts erl\u00e4utern?<\/strong><\/p>\n<p>Im Prinzip begann alles begann mit einer Diskussion dar\u00fcber, warum Spirituosen von der Bereitstellung von Verbraucherinformationen ausgenommen waren \u2013 was ja im Grunde f\u00fcr alle anderen Lebensmittel, die man auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr bringen kann, verpflichtend ist. Es gibt einige gute historische und praktische Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ausnahme, da die Produktionsstandards und Etikettierungsvorschriften f\u00fcr Spirituosen durch EU-Recht bereits streng geregelt sind.<\/p>\n<p>Dennoch mussten Verbraucher, wann immer sie nach dem Kaloriengehalt ihres Lieblingsgetr\u00e4nks suchten, erst googeln und dabei hoffen, dass die gefundenen Informationenkorrekt waren. Mit unserem Memorandum of Understanding (MoU) wollen wir dem ein Ende setzen. Wir stellen sicher, dass Verbraucher einfachen Zugang zu verl\u00e4sslichen, korrekten und aussagekr\u00e4ftigen Informationen haben \u2013 sowohl auf der Flasche als auch online.<\/p>\n<p>Kurz gesagt, der Hintergrund unseres MoU ist, dass wir als Branche f\u00fcr volle Transparenz sorgen wollen, wenn es um Verbraucherinformationen geht. F\u00fcr uns ist es entscheidend, dass diese Informationen auf eine aussagekr\u00e4ftige, leicht verst\u00e4ndliche Weise bereitgestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Worauf sind Sie mit Blick auf diese Initiative besonders stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Dass wir \u2013 zumindest bis jetzt \u2013 unsere Zusagen vollst\u00e4ndig eingehalten haben. Die \u00c4nderung von Etiketten stellt einen viel komplexerer und kostspieligerer Prozess dar, als ich mir vorgestellt hatte, als wir damit begannen. Es ist fantastisch, die Ergebnisse unserer Arbeit in meinem \u00f6rtlichen Supermarkt zu sehen und meinen Freunden zeigen zu k\u00f6nnen, dass unsere Arbeit einen sichtbaren Unterschied macht!<\/p>\n<p><strong>Das ist in der Tat eine gro\u00dfe Leistung! Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Ich kann mir aber vorstellen, dass Sie\u00a0 auf dem Weg dorthin auch auf einige Herausforderungen gesto\u00dfen sind. W\u00fcrden Sie uns verraten, welche das waren?<\/strong><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt in dem fundamentalen Unterschied zwischen Selbstregulierung und rechtsverbindlichen Regeln! Bei rechtsverbindlichen Regeln besteht die Aufgabe schlicht darin, diese innerhalb der im Gesetz vorgesehenen Frist umzusetzen. Bei Selbstregulierung hingegen m\u00fcssen die Regeln erst mit den Mitgliedern definiert werden. Das braucht Zeit, denn Produkte, Traditionen und Ansichten sind in Europa unterschiedlich!<\/p>\n<p><strong>Es scheint also als k\u00f6nnten freiwillige Initiativen der Industrie anstelle von verbindlichen Rechtsvorschriften ein effektives Instrument sein, um im Sinne der EU-Mitgesetzgeber zu agieren. K\u00f6nnen Sie von Ihren Erfahrungen mit diesem Prozess berichten? War die Zusammenarbeit mit den politischen Entscheidungstr\u00e4gern immer konstruktiv oder sind Sie auch auf Widerstand gesto\u00dfen? Vor allem das Europ\u00e4ische Parlament hat wiederholt verbindliche Regeln gefordert, nicht wahr?<\/strong><\/p>\n<p>In unserem Fall hat die Selbstregulierung \u2013 oder vielmehr Ko-Regulierung \u2013 schnelle und substanzielle Erfolge gebracht. Ich bevorzuge den Begriff Ko-Regulierung, da die Europ\u00e4ische Kommission ein wichtiger Dialogpartner in diesem Prozess war. Sie hat z. B. Vorschl\u00e4ge gemacht, welche Elemente unser Memorandum enthalten k\u00f6nnte und war bei der Unterzeichnungszeremonie in Paris im Juni 2019 dabei \u2013 tats\u00e4chlich ein wichtiges Signal f\u00fcr die Branche. Die Teilnahme des EU-Gesundheitskommissars an unserer Auftaktveranstaltung hat den Mitgliedern gezeigt, dass etwas Gro\u00dfes im Gange ist. Au\u00dferdem ist die EU-Kommission nun auch daran interessiert, wie wir vorankommen. Sie treiben uns immer wieder an \u2013 wie ein guter Trainer. Das Europ\u00e4ische Parlament hat uns in diesem Prozess ebenso unterst\u00fctzt und uns die M\u00f6glichkeit gegeben, unsere Initiative in relevanten Anh\u00f6rungen und Sitzungen vorzustellen.<\/p>\n<p><strong>Wie steht spiritsEUROPE zu Gesundheitswarnungen, wie sie in \u201eEuropas Plan gegen den Krebs\u201c der Kommission im Februar 2021 vorgeschlagen wurden?<\/strong><\/p>\n<p>Verbraucherinformation muss verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig, aussagekr\u00e4ftig und evidenzbasiert sein. Diese Grunds\u00e4tze sollten als Diskussionsleitfaden f\u00fcr alle neuen Vorschl\u00e4ge gelten, die die Kommission zu gesundheitsbezogenen Warnhinweisen im Jahr 2023 m\u00f6glicherweise vorlegen m\u00f6chte. Aus praktischer Sicht sind f\u00fcr uns zwei Dinge wichtig: Da wir mit dem Memorandum gerade einen kostspieligen und komplexen Prozess zur Umgestaltung von Kennzeichnung durchlaufen, m\u00fcssen wir uns Gedanken \u00fcber den Zeitpunkt und das Ausma\u00df zuk\u00fcnftiger \u00c4nderungen machen.<\/p>\n<p>Was wir brauchen, ist ein langfristiger, verl\u00e4sslicher Rahmen von EU-Kennzeichnungsregeln, damit wir entsprechend planen und investieren k\u00f6nnen. EU-weit harmonisierte Regeln stellen ein wichtiges Element im Rahmen dieses Prozesses dar. Jede Renationalisierung der Kennzeichnungsregeln im EU-Binnenmarkt w\u00fcrde zu unn\u00f6tiger Komplexit\u00e4t und Kosten f\u00fchren und muss vermieden werden. Dies sind wichtige Grunds\u00e4tze, die wir im Auge behalten sollten, wenn wir die Debatte im Jahr 2023 angehen.<\/p>\n<p><strong>Ihre Branche kann sicherlich als Vorreiter im Bereich der digitalen Kennzeichnung angesehen werden. K\u00f6nnten Sie uns kurz erkl\u00e4ren, wie das Ganze genau funktioniert?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist wirklich einfach \u2013 und macht au\u00dferdem Spa\u00df! Durch Scannen des QR-Codes auf einer Flasche k\u00f6nnen alle relevanten produktspezifischen Informationen online abgerufen werden! Das IT-Backend f\u00fcr diese Technologie ist unsere E-Label-Plattform, die wir gemeinsam mit der Weinbranche entwickeln. Die Plattform wird vollst\u00e4ndig aus Branchenmitteln finanziert und allen Produzenten offenstehen. Die Betaversion der Plattform wird in den n\u00e4chsten zwei Monaten pilotiert, um kurz darauf voll einsatzf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<p>In Spanien hat sich beispielsweise der nationale Handelsverband mit der Normungsorganisation GS1 zusammengetan, um eine spezielle nationale digitale Etikettierungsl\u00f6sung zu entwickeln, die den Verpflichtungen des Memorandums entspricht. Dank des Projekts k\u00f6nnen Verbraucher bereits heute \u00fcber ihr Mobiltelefon durch Scannen des Barcodes auf produktspezifische Informationen zugreifen. Die Einf\u00fchrung des Projekts war ein gro\u00dfer Erfolg: 41 % der Spirituosenflaschen auf dem spanischen Markt bieten bereits Online-Verbraucherinformationen direkt \u00fcber dieses System.<\/p>\n<p><strong>Welche Learnings k\u00f6nnen Sie f\u00fcr andere Branchen weitergeben? Sei es mit Bezug auf die Zusammenarbeit innerhalb einer Branche oder in der Zusammenarbeit mit der Politik zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Kooperation, Konsens und Vertrauen \u2013 auf allen Seiten! Jede Perspektive ist relevant, auch wenn sie zun\u00e4chst vielleicht nicht leicht zu integrieren ist. Aber auf diese Weise arbeiten wir ja grunds\u00e4tzlich \u2013 auf Verbandsebene, auf EU-Ebene, you name it.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden Sie sagen, dass die Zukunft in der Bereitstellung von Verbraucherinformationen \u00fcber digitale Labels liegt und damit anstelle der herk\u00f6mmlichen Kennzeichnung auf Verpackungen?<\/strong><\/p>\n<p>Hier geht es nicht um &#8218;entweder \u2013 oder\u2018, sondern um &#8217;sowohl \u2013 als auch\u2018. Ich denke, Informationen auf der Verpackung werden immer eine wichtige Rolle spielen. Online-Informationen sind eine wunderbare M\u00f6glichkeit, \u00fcber den Platz eines physischen Etiketts hinauszugehen, der nat\u00fcrlich recht begrenzt ist. So wie sich die Technologie weiterentwickelt, m\u00fcssen auch wir als Branche ebenso wie die gesetzlichen Vorschriften in der EU \u2013 die \u00fcbrigens bisher kein Wort \u00fcber digitale Etiketten verlieren \u2013 mitziehen. Wenn wir mit dem Tempo unserer Zeit und den Erwartungen der Verbraucher mithalten wollen, muss sich die Situation \u00e4ndern. Daher muss die Kommission unbedingt Wege finden, bei der \u00dcberarbeitung der EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung im Jahr 2022 digitale Kennzeichnungsregeln zu integrieren.<\/p>\n<p><strong>Herzlichen Dank! Das war in der Tat ein sehr aufschlussreiches Interview!<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3139\" style=\"width: 144px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/2021\/05\/10\/vorreiter-bei-der-digitalen-produktkennzeichnung-europas-spirituosenhersteller-bieten-innovative-loesungen-zur-verbraucherinformation\/sarah-melina-siebel-spiritseurope\/\" rel=\"attachment wp-att-3139\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3139\" class=\" wp-image-3139\" src=\"https:\/\/bernstein-group.com\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/sarah-melina-siebel-spiritseurope.jpg\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"134\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3139\" class=\"wp-caption-text\">Sarah Melina Siebel, SpiritsEUROPE<\/p><\/div>\n<p><strong>Nicht vergessen zu abonnieren: <a href=\"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/newsletter\/expect-the-unexpected\/\">Expect the Unexpected \u2013 Der Newsletter der Bernstein Group<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen?<\/strong><br \/>\n<strong>Dann geben Sie uns gerne ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\">Twitter<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\">LinkedIn<\/a>. <\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regelm\u00e4\u00dfig m\u00f6chten wir auf unserem Blog neben unserem eigenen Blick auf die Themen auch andere Perspektiven beleuchten und Externe zu Wort kommen lassen. Heute ver\u00f6ffentlichen wir ein Gespr\u00e4ch mit Sarah Melina Siebel, Director Internal Market bei spiritsEUROPE: K\u00f6nnten Sie zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3135"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3787,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135\/revisions\/3787"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}