{"id":2875,"date":"2021-01-20T10:30:10","date_gmt":"2021-01-20T09:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/bernstein-group.com\/?p=2875"},"modified":"2021-01-21T15:48:43","modified_gmt":"2021-01-21T14:48:43","slug":"mobilitaet-als-ein-grundrecht-des-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernstein-group.com\/de\/2021\/01\/20\/mobilitaet-als-ein-grundrecht-des-menschen\/","title":{"rendered":"&#8220;Mobilit\u00e4t als ein Grundrecht des Menschen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong><b>Gemeinsam mit dem Hamburger Tech-Unternehmen<\/b><a href=\"https:\/\/www.wundermobility.com\/\"> <b>Wunder Mobility<\/b><\/a> <b>ver\u00f6ffentlichen wir einen monatlichen Mobility-Policy-Newsletter. Im Fokus stehen alle Fragen rund um das Thema Mobility, Regulierung und Technologie. Auf unserem Blog ver\u00f6ffentlichen wir nun den n\u00e4chsten Artikel aus dem Newsletter: <\/b><b>Ein Interview mit Dr. Florian Petit, Head of Marketing, Sales &amp; Business Development bei <a href=\"https:\/\/www.blickfeld.com\/de\/\">Blickfeld GmbH<\/a>.<\/b><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Mit Blickfeld sorgen Sie daf\u00fcr, dass autonom fahrende Autos ihr Umfeld erkennen und einordnen k\u00f6nnen. Es geht darum, Abst\u00e4nde, Umrisse und Rohdaten von Objekten auf der Stra\u00dfe wahrzunehmen und diese dem Auto zur Verf\u00fcgung zu stellen. Wo sehen Sie die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, Ihre Produkte in der breiten Masse einsatzf\u00e4hig zu machen? Welche Rolle spielen dabei die digitale Infrastruktur und ausreichend gesellschaftliche Akzeptanz?<\/b><\/p>\n<p>Damit Fahrzeuge sicher autonom navigieren k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie ihre Umwelt wahrnehmen. Unsere Technologie macht genau das m\u00f6glich: Eine sichere und zuverl\u00e4ssige Umfelderfassung. Doch um autonome Fahrfunktionen in die breite Masse zu bringen, sind einige Kriterien ausschlaggebend: Der Endkunde muss einen klaren Nutzen durch die Anwendung haben, w\u00e4hrend es f\u00fcr den Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie wirtschaftlich attraktiv sein muss, diese Anwendung zu entwickeln und in Fahrzeuge einzubauen. Es m\u00fcssen also klare Anwendungsf\u00e4lle definiert werden, die Nutzen, technische Machbarkeit und den kommerziellen Aspekt unter einen Hut bringen. Von uns identifizierte Anwendungsf\u00e4lle, die diese Kriterien erf\u00fcllen, sind beispielsweise Autobahnfahrten von LKW sowie von PKW gleicherma\u00dfen, Stauassistenten oder autonome Fahrzeuge in kontrollierten Umgebungen, wie etwa auf Firmengel\u00e4nden. Wir erm\u00f6glichen, dass sich das autonome Fahren aus diesen Anwendungen heraus entwickeln und in die breite Masse gelangen wird.<\/p>\n<p><b>Aktuell wird auf Bundesebene das Autonome-Fahren Gesetz entwickelt, welches dem Level 4 und 5 des autonomen Fahrens zuk\u00fcnftig einen regulatorischen Rahmen geben soll. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) geht davon aus, dass Deutschland dadurch eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Stimmen Sie dem zu und was sind Punkte, die daf\u00fcr in dem neuen Gesetz ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen?<\/b><\/p>\n<p>Technisch hat Deutschland noch immer eine Vorreiterrolle im Automobilmarkt. Um diese zu st\u00e4rken, ist ein derartiges Gesetz absolut notwendig und zudem l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig. Ich sehe es als die Kernaufgabe des Gesetzgebers an, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Deutschlands Rolle als Technologie- und Innovations-Zentrum weiter zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><b>In den USA ist autonomes Fahren, insbesondere durch andere regulatorische Gegebenheiten, bereits weiter entwickelt und anerkannter. Viele Technologien und Produkte, die zum autonomen Fahren beitragen, kommen aus den USA und entsprechen damit auch den dortigen Standards. In welchem Format und zu welchem Zeitpunkt sollte sich \u00fcber gemeinsame Standards ausgetauscht werden, um grenz\u00fcbergreifend autonome Mobilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen?<\/b><\/p>\n<p>Dass das autonome Fahren in den USA anerkannter ist, w\u00fcrde ich unterschreiben, hier zeigt sich eine deutliche Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber der neuen Art von Mobilit\u00e4t. Den Entwicklungsstatus autonomer Fahrfunktionen w\u00fcrde ich allerdings differenzierter betrachten. Durch die starke Vertretung der Internetkonzerne im Silicon Valley kann man durchaus sagen, dass die Entwicklung softwareseitig sehr weit fortgeschritten ist, was die Hardware anbelangt, sieht man allerdings sehr starke Entwicklungen aus Europa und speziell Deutschland. Dabei ist Austausch und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hubs nat\u00fcrlich wichtig und findet zu gro\u00dfen Teilen auch bereits statt \u2013 US-Unternehmen beziehen beispielsweise Sensorik aus Europa und andersherum. Dabei wird sich mit der Zeit herauskristallisieren, wie gemeinsame Standards aussehen m\u00fcssen, um allen gerecht zu werden.<\/p>\n<p><b>Eins der Einsatzfelder Ihrer Produkte ist der Smart City-Bereich. Hier besteht unter anderem die Herausforderung, die Infrastruktur in den St\u00e4dten ausreichend auszubauen und zu digitalisieren. Daf\u00fcr wurde unter anderem 2016 das sogenannte \u201eDigiNetz-Gesetz\u201c verabschiedet, um den Ausbau von Glasfaserkabeln zu f\u00f6rdern und Deutschland mit einer besseren Infrastruktur und schnelleren Netzen auszustatten. Sehen Sie die Erfolge solcher Initiativen? Tragen diese zu einer Smart City-kompatiblen Infrastruktur bei?<\/b><\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, sehe ich es als eine wichtige Aufgabe des Staates an, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Industrie und Gesellschaft florieren k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren gesetzliche Rahmenbedingungen ebenso wie ein Ausbau der Infrastruktur. Darauf aufbauend k\u00f6nnen Technologien vorangetrieben und ganze Bereiche, wie etwa die Mobilit\u00e4t, modernisiert und revolutioniert werden \u2013 ohne diese Grundlagen wird es hingegen schwierig. Wir begr\u00fc\u00dfen daher Initiativen wie das \u201eDigiNetz-Gesetz\u201c sehr und sehen, dass sie Smart City-Konzepte vorantreiben. Es gibt allerdings nach wie vor Verbesserungspotential im Bereich Infrastruktur.<\/p>\n<p><b>Wenn Sie Ihr ideales Mobilit\u00e4tskonzept von jetzt auf gleich umsetzen k\u00f6nnten, wie s\u00e4he das aus und was sind die ersten notwendigen Schritte, um dies zu erreichen?<\/b><\/p>\n<p>Mittelfristig sollte in der Mobilit\u00e4t der Fokus darauf gerichtet werden, St\u00e4dte wieder lebenswerter zu machen. Aktuell werden Fahrzeug sehr ineffizient genutzt und f\u00fcllen unseren eigentlichen Lebensraum in der Stadt mit Staus und zugeparkten Fl\u00e4chen. Hier kann durch Smart City-L\u00f6sungen die Verkehrssteuerung enorm verbessert werden und autonome Sharing-Dienste k\u00f6nnen f\u00fcr eine effizientere Fahrzeugnutzung sorgen, sodass der St\u00e4dte sich wieder den Menschen ins Zentrum r\u00fccken und nicht mehr das Auto.<br \/>\nAuf lange Sicht sehe ich einen enormen Mehrwert durch das autonome Fahren, da es die Stra\u00dfen zum einen sehr viel sicherer macht und zum anderen allen Menschen einen Zugang zu Mobilit\u00e4t erm\u00f6glicht. Ich sehe Mobilit\u00e4t als Grundrecht des Menschen an und autonome Fahrzeuge erm\u00f6glichen alten Menschen und Kindern ebenso Zugriff auf dieses Grundrecht wie Menschen in l\u00e4ndlichen Regionen.<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? <\/strong><strong><span id=\"ember10723\" class=\"ember-view\">Hier geht es zur Anmeldung f\u00fcr den Newsletter:\u00a0<\/span><a id=\"ember10727\" class=\"feed-shared-text-view__hyperlink ember-view\" tabindex=\"0\" href=\"https:\/\/www.wundermobility.com\/policybrief\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.wundermobility.com\/policybrief<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Geben Sie uns gerne auch ein Feedback und liken oder teilen ihn via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/bernstein_group\">Twitter <\/a>und <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/company\/bernstein-group\">LinkedIn<\/a>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit dem Hamburger Tech-Unternehmen Wunder Mobility ver\u00f6ffentlichen wir einen monatlichen Mobility-Policy-Newsletter. 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